Das Waldkreuz in Elten ist wieder an seinem Platz

Die Niederländerin Clara Cremers restaurierte das Waldkreuz in Elten.
Die Niederländerin Clara Cremers restaurierte das Waldkreuz in Elten.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Die Niederländerin Clara Cremers hat das beliebte Waldkreuz in Elten restauriert und wieder auf Vordermann gebracht. Vor einem Jahr dachten Eltener, das Kreuz sei gestohlen worden.

Elten..  Für Wanderer und fromme Leute ist es eine willkommene Station, um sich auszuruhen und innezuhalten: das Waldkreuz an der Straße Zum Waldkreuz. Deshalb war die Aufregung vor einem Jahr groß, als es plötzlich weg war. Wurde es gestohlen? Des Rätsels Lösung war einfach: Die Eigentümerfamilie hatte es zur Restaurierung Clara Cremers überlassen. Im niederländischen Vilsteren in der Gemeinde Ommen (Provinz Overijssel) wurden das morsche Holz und der Korpus wieder auf Vordermann gebracht. Jetzt steht das Kreuz wieder an alter Stelle und lädt zum Verweilen ein.

Das Waldkreuz hat eine lange Geschichte. Maximilian Freiherr Lochner von Hüttenbach (1859-1942), Land- und Forstwirt und ein Edelmann aus Lindau, hatte es von seiner Heimat am Bodensee mit an den Niederrhein gebracht; außerdem pflanzte er ganz in der Nähe zwei Linden und Birken.

Durch großen Grundbesitzerwerb hatte der Baron in Elten seine zweite Heimat gefunden. Das Waldkreuz errichtete er zu Beginn des 20. Jahrhunderts an der Gabelung Zassentrik/Zum Waldkreuz als Eingang zu seinem Forstbetrieb. Der hölzerne Korpus (der gekreuzigte Christus) wurde von einem Prälaten aus Lindau geschnitzt, wie Walter Axmacher in seinem Elten-Buch zu berichten weiß. Der Verschönerungsverein Elten ergänzte das Waldkreuz später um einen Findling.

Baron Lochner machte sich auf vielfältige Weise um seine zweite Heimat Elten verdient. So ermöglichte er etwa durch Grundstücksverkäufe den Bau des Wasserwerks sowie von Straßen. Seiner Initiative sind auch der Ausbau der Beeker Straße, der Bau der „Zollkolonie“ mit 16 Wohnungen oder der Bau des Elektrizitätswerkes zu verdanken. Kein Wunder, dass sich Elten dankbar zeigte und ihren Gönner 1932 mit der Ehrenbürgerwürde bedachte.

Denkmalgeschützt seit 1996

Das Waldkreuz ist seit 1996 denkmalgeschützt. Es besteht aus einem Holzkreuz mit sattelförmigem Schutzdach. Für den Denkmalschutz ist das Objekt gleich aus mehreren Blickwinkeln erhaltenswert: aus künstlerischen, wissenschaftlichen, orts-, religionsgeschichtlichen und volkskundlichen Gründen. Deshalb besteht ein Interesse, das Baudenkmal in Schuss zu halten. Das hat Clara Cremers in ihrer Werkstatt im letzten halben Jahr getan. „Ich habe die mindestens 100 Jahre alte, originale Farbschicht freigelegt und von den später angebrachten Farbschichten befreit“, erzählt die Niederländerin, die auch Gemälde wieder auf Hochglanz poliert. „Bis zu 13 verschiedene Schichten konnten festgestellt werden. Immer wenn die Farbe zu verwittert oder beschädigt war, hat man dem Korpus integral eine neue Farbschicht gegeben. Zuletzt gab es so eine dicke Masse von Farbe, dass von der originalen Holzskulptur nichts mehr zu erkennen war.“ Deshalb war es unmöglich, den originalgetreuen Zustand wieder herzustellen. „Daher habe ich den Korps in einer Holzfarbe bemalt. Jetzt ist das Relief wieder gut sichtbar mit allen Details.“ Auf die sollte der Betrachter, wenn er in dem schönen Wäldchen unterwegs ist, achten. Es lohnt sich.