Dank an den Staatsanwalt

Emmerich..  Dass ein Angeklagter dem Staatsanwalt dankt, kommt nicht alle Tage vor. Gestern im Amtsgericht an der Seufzerallee war’s der Fall. Ein 28-jähriger Türke, der mittlerweile im bayerischen Landsberg am Lech bei seiner Familie lebt, hatte die Strafe wegen unerlaubtem Einführen von Betäubungsmitteln aus den Niederlanden lobend akzeptiert. Hundert Tagessätze zu je zwölf Euro verhängte Richterin Dr. Christiane Schmitz – auf Empfehlung der Staatsanwaltschaft.

„Zwei Jahre ohne Urlaub habe ich verdient“, resümierte der geständige Wirtschaftsingenieur. 15,5 Gramm Marihuana, 3,2 Gramm Haschisch und ein Joint, die die Polizei im InterCity-Express von Amsterdam nach Frankfurt am 29. Mai 2014 gefunden hatten, wären verkraftbar gewesen. Zusätzlich führte der Angeklagte aber 23 Cannabis-Samen nebst „Zubehör“ mit sich. „Das ist ein Equipment für eine kleine Plantage, das schleppt man doch nicht im Zug herum“, hob der Staatsanwalt das Gefahrenpotenzial der Tat hervor.

„Ich hatte ein perfektes Leben. Dann hat sich meine Frau scheiden lassen. Die Familie war aufgelöst. Mein Gehirn hat verrückt gespielt“, erklärte der Angeklagte – durchaus glaubhaft, „ich war eine Woche in Amsterdam zum Frustrauchen“. Trotz zweier ähnlicher Drogen-Taten 2006 und 2011 war die Geldstrafe angemessen.

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