Comeback der Brücke Griethausen
17.08.2010 | 11:18 Uhr 2010-08-17T11:18:00+0200
Emmerich/Kleve.Sie war mausetot. Die Bahnverbindung Kleve-Emmerich. Nun bringt eine Studie des Umweltbundesamtes sie wieder ins Spiel - als angeblich kostengünstigere Alternative zur bisherigen Betuwe-Planung.
Die Studie hat es in sich. Schlägt sie doch nicht mehr und nicht weniger vor, als von den Ausbauplänen der Bahnstrecke Emmerich-Oberhausen Abstand zu nehmen und stattdessen alternative Trassen zu prüfen.
Zum Beispiel über den Griethausener Altrhein. Dafür sei es zu diesem frühen Planungsstadium noch nicht zu spät, heißt es in dem 175 Seiten dicken Exposé des Umweltbundesamtes, das dem Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Norbert Röttgen (CDU), unterstellt ist.
Aus vielerlei Gründen bewertet die Behörde in ihrer aktuellen Studie „Schienennetz 2025-2030“ das Wo und Wie des geplanten Schienenstreckenausbaus Emmerich-Oberhausen äußerst kritisch. Die bisherige Konzeption könne „nicht überzeugen, weil die in Höhe von 1,1 bis 1,4 Mrd. Euro für 60 km drittes Gleis plus umfassenden Lärmschutz deutlich zu hoch sind“, heißt es da.
Und außerdem: „Betrieblich entstünde überdies eine ineffiziente Mischbetriebsstrecke, auf der der 200 km/h schnelle ICE (nach Amsterdam) mit RE (160 km/h) und den langsameren Güter- und Nahverkehrszügen um die Trassen konkurrieren.“ Wegen der angespannten Haushaltslage könnte in den nächsten 10 bis 15 Jahren nur ein Projekt, also RRX oder Betuwe, realisiert werden.
Deshalb sollte, „trotz aller politischer Vorfestlegungen, über Alternativen zu Emmerich-Oberhausen noch einmal zügig, intensiv und ergebnisoffen nachgedacht werden“. Das mache auch deshalb Sinn, „weil die Streckenführung der deutschen Betuwe vielfach durch dicht besiedeltes Gebiet mit 55 Bahnübergängen verläuft“.
Bypass Elten-Kleve
„ernsthaft prüfen“
Als eine Alternative, die „ernsthaft zu prüfen“ sei, bringt das Umweltbundesamt einen linksrheinischen Bypass ins Spiel. Danach könnte die Trasse von Elten aus abzweigen und über die reaktivierte alte Eisenbahnbrücke bei Griethausen in Richtung Goch und Krefeld verlaufen. Diese Strecke sei mit ca. 70 Kilometern gleich lang wie Emmerich-Oberhausen, führe aber durch dünner besiedelte Gebiete und meide den kritischen Abschnitt Oberhausen-Duisburg, ohne die niederländischen Betuwe-Investitionen bis Zevenaar in Frage zu stellen.
Brücke ist kostenmäßiger Unsicherheitsfaktor
Weiter heißt es: „Baulich müssten das zweite Gleis zwischen Geldern und Kleve auf 35 km gelegt sowie die gesamte Strecke Elten-Kleve elektrifiziert werden. Ein Unsicherheitsfaktor sind die Kosten des Brückenbaus, die im Detail zu analysieren sind.“ Stimmt, denn dann müsste ja wohl auch eine Rheinbrücke her.
Politisch sei die Routendiskussion kompliziert, weil die Anrainer der deutschen Betuwe mit einem Ausbau „die Hoffnung auf besseren Lärmschutz verknüpfen, d.h. ihn nicht grundsätzlich ablehnen“
Zu Beginn des Abschnittes, der sich mit der Betuwe befasst, wird die Intention der deutsch-niederländischen Verkehrsvereinbarung von 1992 betont: „Unstrittig ist die Notwendigkeit, die in Emmerich ,aufschlagenden’ Güterzüge der niederländischen Betuwe-Linie auf dem deutschen Netz adäquat weiterzubefördern. Nur so ist der Hafen Rotterdam schienenseitig leistungsfähig an sein Hinterland angebunden.“
15:33
Geldern könnte ICE-Knoten werden. Die Strecke Nymwegen - Kleve - Geldern - Krefeld - Düsseldorf und die Altstrecke Hamburg - Osnabrück - Wesel - Venlo könnten hier verknüft werden. Die paar Güterzüge könnten dann auch noch verkraftet werden.Wir leben doch wohl in einer Traumwelt, oder?
16:03
Ich wünsche mir schon lange eine ICE-Trasse von Pfalzdorf über Nireswalde und Reichswalde nach Materborn. Das ließe sich doch in diesem Zuge sicher gleich auch realisieren, oder ?
14:24
....und die Strecke von Goch über Asperden nach Boxmeer sollte doch auch reaktiviert werden.
12:15
Wo man dann schon am Buddeln ist, vergraben wir den Endbahnhof Kleve und machen daraus einen Durchgangsbahnhof. Das Projekt wird intern schon Kleve21 genannt.
Aber im ernst: eine alternative Streckenführung sollte geprüft werden. Es würde ja auch Vorteile auf der linksrheinischen Strecke mit sich bringen. Denn damit erhielte Kleve und natürlich auch der AirPort eine Anbindung an Arnhem, was der Stadregio mit Sicherheit gefallen wird um den Abschnitt Arnhem -Nijmegen zu entlasten.
11:41
Lösungsvorschlag:
...da geht man vor dem Rhein bei Elten unter die Erde Tunnel und kommt in Kleve in der freien Fläche des z.Zt. ungenutzten Bahnhofsareales wieder ans Tageslicht.
Gleichzeitig sichert das die Arbeitsplätze bei Max Bögl Betonfrabrik Hamminkeln, die zur zt. für das Tunnelbauprojekt an der Osterschelde sognenannte Tübbinge fertigt.
Die HRW nimmt begleitend den Studiengang Tunnelbauwesen mit ins Programm
09:51
Es gab nie eine Bahnstrecke Kleve - Emmerich.
Die Strecke über den Griethausener Altrheinarm endete bei den Ölwerken Spyck.
Da müßte dann eine komplett neue Rheinquerung an der breitesten Stelle des Flußlaufes erst gebaut werden !
Danach geht es durch ein Gelände, welches regelmäßig vom Rhein bei Hochwasser überflutet wird und mit Deichen durchzogen ist.
Da reicht nicht eine neue Rheinbrücke und eine neue Altrheinbrücke. Weite Teile der Strecke müßten wegen des Überschwemmungsland auch als Brücke ausgeführt werden.
09:17
Sommerloch lässt grüßen
07:36
Und wenn man denkt es geht nicht mehr, dann kommt ein Umweltbundesamt daher.....
Wie deppert ist denn diese Idee? Die Trasse ist tot wie nur sonst etwas, führt zudem durch ein Naturschutzgebiet und bedarf, wie im Artikel auch erwähnt eines äussert hohen Kostenaufwandes, wie zum Beispiel einer kompletten Elektrifizierung zwischen Krefeld und Kleve (60 km), sowie weiter nach Elten. Zudem sind fast genau so viele Bahnübergänge wie auf der rechtsrheinischen Strecke vorhanden, sie ist technisch veraltet und es werden auch fast genau so viele Ortschaften durchquert.
Gemessen an den Kosten kann man dann gleich die Linie an der A3 entlang bauen. Das dürfte sogar billiger sein, als die jetzt vorgeschlagene Variante.
Man sollte auch mal die Niederländer fragen, was denn eigentlich mit dem südlichen beziehungsweise nördlichen Bypässen ist, die uns anfangs vollmundig versprochen wurden.