City Outlet in Emmerich?

Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Markus Elbers (re.) gratuliert Johannes Diks zur einstimmigen Bürgermeister-Kür im Schützenhaus auf dem Kapaunenberg.
Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Markus Elbers (re.) gratuliert Johannes Diks zur einstimmigen Bürgermeister-Kür im Schützenhaus auf dem Kapaunenberg.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Bürgermeister Johannes Diks fährt bei seiner Kandidaten-Kür durch die CDU-Mitglieder ein Traumergebnis von 100 % ein und verrät seine Idee zur Belebung der Innenstadt. Vorbild Bad Münstereifel.

Emmerich..  Mit einem Paukenschlag endete die Mitgliederversammlung der CDU im Kapaunenberg. Erst kurz bevor ihn die 62 Mitglieder mit dem Traumergebnis von 100 Prozent wieder zum Kandidaten der CDU für die Bürgermeisterwahl am 13. September kürten, ließ Amtsinhaber Johannes Diks (61) im launigen Interview mit Freddy Heinzel die Katze aus dem Sack: Er verfolgt die Idee eines City Outlets..

Nachdem er aufgelistet hatte, was sich seit 2004, seit er Bürgermeister ist, alles getan hat und was er noch so alles vorhat – beispielsweise einen bilingualen Zweig an der Grundschule Elten, um den schwächelnden Standort zu stärken (nur 26 Anmeldungen) und die Luitgardisschule attraktiver für niederländische Kinder und Kinder aus anderen Ortsteilen zu machen – verriet er endlich, was ihm zur Belebung des Einzelhandels vorschwebt:

„Ich möchte die Idee eines City Outlet gerne intensiv prüfen. Ich möchte nichts anderes als die Innenstadt von den Leerständen zu befreien.“ Also aus der Not eine Tugend machen. Zweimal sei er deswegen schon in Bad Münstereifel gewesen, wo es gelungen sei, die Leerstände wieder voll zu machen. Die Ausgangslage sei in Emmerich sogar noch besser. Weil Emmerich verkehrstechnisch besser angebunden ist und im Unterschied zu dem romantischen Eifelstädtchen hier nicht so viel Rücksicht auf denkmalgeschützte Substanz genommen werden muss.

1800 Termine

Man brauche dazu aber einen Betreiber und viele Marken-Shops, um die rund 28 Leerstände von der Steinstraße bis zur Mennonitenstraße zu füllen, und natürlich Geld: „Bad Münstereifel hat 30 Millionen investiert.“ Drei ortsansässige Investoen haben das Projekt gestemmt.

Natürlich müssten die Autos irgendwo hin. Dieses Problem kriege man auf dem Steintor-Gelände (früher von Gimborn) mit 800 Parkplätzen „gebacken“. Im Umkreis von 100 Kilometern gebe es kein Outlet Center, womit eine weitere Voraussetzung erfüllt sei. Roermond, Lelystad und Ochtrup lägen außerhab dieses Radius’. Auch touristisch und gastronomisch sei man gut aufgestellt.

Vielleicht lag es an diesem Bonbon, warum Diks bei der Bürgermeister-Kür 100 % einheimste. Ihm war das auch etwas peinlich, wie er gestand. Er hatte damit nicht gerechnet und es wie Adenauer gehalten, der sich auch selbst wählte. „Ich freue mich über dieses Ergebnis“, sagte er, als die Beifallsstürme abgeflaut waren. Auch nach zehn Jahren übe er das Amt noch „wahnsinnig gerne aus“, trotz der 1800 Termine im Jahr, wie seine Sekretärin ausgerechnet einmal habe: „Da ist immer noch ein Antrieb vorhanden.“ Man müsse dafür aber auch ein bisschen „bekloppt“ sein.


Einen Gegenkandidaten hatte Johannes Diks in den eigenen Rehen erwartungsgemäß nicht. Diks’ bislang bekannte Herausforderer sind Peter Hinze (SPD) und Joachim Sigmund (BGE).

Das Wahlprozedere hatte CDU-Chef Markus Elbers ausführlichst erklärt und penibelst beachtet. Schließlich sollte ihm so eine Panne wie bei der Kassiererwahl im Stadtverband, die nach Formfehlern wiederholt werden musste, nicht noch einmal unterlaufen.