Chaos, Querelen und Beschimpfungen

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Was wir bereits wissen
Die Diskussion um einen Standort für das Feuerwehrgerätehaus schlägt in der Ratssitzung hohe Wellen. Patt-Situation beim Asylbewerberheim.

Isselburg..  Ein Lehrstück der Isselburger Politik zeigte der Rat bei der Suche nach einem Standort für ein Asylbewerberheim. Während nur sieben Tage zuvor der zuständige Fachausschuss sich klar für den Stromberg aussprach – lediglich die CDU präferierte das Klärwerk – kam es nun zu einem Patt. Jeweils 13 Ja - und Nein-Stimmen erhielten die beiden Alternativen. Bürgermeister Rudi Geukes blieb nichts anderes übrig, als über eine Vertagung abzustimmen.

SPD-Fraktionschef Dr. Theodor Beine sprach im Anschluss von einem Debakel für seine Partei. Denn Ratsfrau Monika Willing enthielt sich der Stimme. Sehr zur Verwunderung ihrer Genossen. Wie die NRZ erfuhr, hatte Willing zuvor der Fraktion nicht mitgeteilt, dass sie deren Vorschlag nicht unterstütze. Es wird zudem auch gemunkelt, dass sie der Grund dafür sei, dass Felix Kleideiter der Fraktion den Rücken gekehrt hat.

Einzelkämpfer Kleideiter – nebenbei bemerkt – stimmte für den SPD-Vorschlag. Dies taten ebenso die Grünen und Diana Lübbers (FDP). Die Liberalen hatten zuvor angekündigt, dass sie kein einheitliches Abstimmungsbild abgeben würden. So stimmten Kevin Schneider und Andreas Böggering für den CDU-Vorschlag.

Entscheidung vertagt

Nun wird der Rat sich auf seiner Sitzung am 29. April erneut mit dem Thema beschäftigen. Doch die Zeit drängt, denn Isselburg muss jederzeit mit weiteren Flüchtlingen rechnen. „Je später die Sache beschlossen wird, je größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass wir auf absolute Notlösungen zurückgreifen müssen. Was ich damit meine, weiß ja wohl jeder“, erklärte Fachbereichsleiter Frank Schaffeld. So stand unausgesprochen die Grundschule Heelden im Raum.

Die Suche nach einem Standort für ein Asylbewerberheim wurde vertagt, die Suche nach einem Standort für ein Feuerwehrgerätehaus schlug noch weit höhere Wellen. Hier sind die Fronten richtig verhärtet. Auf der einen Seite hat sich die SPD auf die Seite der Initiative geschlagen, die den Standort Reeser Straße verhindern will und für den Stromberg plädiert. Die CDU hingegen unterstützt das Ansinnen der Wehrführung, die sich pro Reeser Straße positioniert hat. Dies machten Löschzugführer Michael Bonnes und Wehrleiter Jürgen Großkopf auch im Rat klar. „Wir können aus feuerwehrtaktischer Sicht keinen Vorteil für den Stromberg erkennen. Im Gegenteil: Die Hilfsfristen würden länger“, meinte Großkopf. Der CDU stieß besonders auf, dass beim laufenden Bürgerbegehren ihrer Meinung nach mit falschen Zahlen operiert wird. So sei der Stromberg keineswegs rund 350 000 Euro günstiger – wie es bei den Unterschriftensammlungen genannt wird, da hier die Kosten für nötige Erschließungsstraßen nicht eingerechnet werden.

Die Animositäten zwischen Feuerwehr und Bürgerinitiative kulminierten am Ende der eigentlichen Befragung, als Michael Bonnes es als „sehr befremdlich“ bezeichnete, dass die Bürgerinitiative Unterschriften sammle und dabei behaupten würde, auch die Feuerwehr sei eigentlich für den Stromberg-Standort. Auf heftige Intervention von Kleideiter gab Bonnes zu, dass es vielleicht solche Einzelmeinungen gäbe, aber nicht von der Wehrleitung. Von der Pro-Stromberg-Fraktion wurden die Ausführungen Bonnes als eine Verunglimpfung der Bürgerinitiative aufgefasst und es wurde angemahnt, dass der Bürgermeister dem Löschzugführer das Wort hätte entziehen müssen.