Bürgerbegehren der BIL ist vom Tisch
01.02.2011 | 17:39 Uhr 2011-02-01T17:39:00+0100Elten.Das Bürgerbegehren der Bürgerinitiative Luitgardis (BIL) dürfte vom Tisch sein. Bei der Abstimmung auf der Mitgliederversammlung stimmte keiner der 25 Anwesenden dafür; zu groß scheinen Risiken und Hürden. Die BIL hat mittlerweile 151 Mitglieder.
Vorstandsmitglied Angela Engelke informierte über den aktuellen Sachstand. Danach sei die Anfrage an Schulrätin Angelika Platzen zur Einrichtung einer Verbundschule aus Hauptschule und Realschule leider ergebnislos verlaufen, weil sich die Schulrätin für nicht zuständig erklärte.
Sie und Melanie Zaunbrecher teilten dann mit, dass sie nun zwar kein Bürgerbegehren mehr vornehmen wollten, aber weiterhin juristischen Rat und Beistand suchen würden, damit Eltern, Kinder und Schulen nicht auseinander dividiert würden. Möglich wäre auch die Privatklage einer einzelnen Person, diese könnte die Umsetzung des Ratsbeschlusses – zumindest für die Dauer des Prozesses – behindern oder verzögern.
Trend geht zu
Gemeinschaftsschulen
Die mögliche Gründung eines Fördervereins wurde in einem Gespräch mit dem Jugendamtsleiter ins Auge gefasst, um so die Zusammenarbeit mit der Stadt zu suchen.
BIL-Vorstandsmitglied Jürgen Lentjes stellte fest, dass eine Schließung als Hauptschule wohl unumgänglich sei, weil die geforderte Zweizügigkeit über Jahre nicht zu erreichen sei. Es sei daher nach anderen Schulformen zu suchen. Hauptschulen seien generell im Abwärtstrend, Gemeinschaftsschulen gelte es zu fördern und würden politisch auch gewollt.
Die Schullandschaft ist insgesamt in Bewegung: Im Bereich Hauptschule gab es 1980 noch 1880 Schüler, 2010 nur noch 588. Im gymnasialen Bereich war der Abwärtstrend nicht so deutlich: Hier stehen 1244 im Jahr 1980 588 im Jahr 2010 gegenüber. In diesem Zusammenhang wird dem Schulträger vorgeworfen, seit Jahren keinen tragfähigen Schulentwicklungsplan vorgelegt zu haben.
Walter Seefluth, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaften (GEW) und selbst Grundschullehrer in Straelen, schlug vor, neue Wege zu beschreiten, auch im Zusammenhang mit dem europäischen Gedanken. So solle man den Zuzug von niederländischen Kindern fördern mit dem Sprachangebot „Niederländisch“ und mit Ganztagsunterricht. Solche Vorschläge würden das Schulsystem keineswegs verteuern – man müsse es lediglich entsprechend „umbauen“, so Seefluth.
Die BIL beklagte, dass das Mitbestimmungsrecht der Eltern und die Pflichten der Behörden durch verspätete Information und ähnliches untergraben werde. Die Schüler seien über die Schließung der Schule in Elten besonders enttäuscht, viele kämen auch von außerhalb.
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