Brücke sieht bald wieder rot
07.02.2012 | 18:08 Uhr 2012-02-07T18:08:00+0100
Emmerich. Das 800 Meter lange Wahrzeichen muss wegen Rostschäden saniert werden. Experten stimmen jetzt die Planung ab.
Ein Wahrzeichen Emmerichs bekommt eine Frischzellen-Kur: In den nächsten Jahren wird die Rheinbrücke, Baujahr 1965, generalüberholt. Das knapp 800 Meter lange Bauwerk muss unbedingt saniert werden, teilte Helmut Reinsch von Straßen.NRW auf Anfrage der NRZ mit. „Unter anderem, weil sie stark rostet“, so der Diplom-Ingenieur, der seit 1998 in verantwortlichen Positionen die Neubauten der Rheinbrücke A 44 Flughafenbrücke Düsseldorf und der Niederrheinbrücke Wesel betreut.
Schon seit 2006 führe Straßen.NRW verschieden Sanierungsmaßnahmen an Deutschlands längster Hängebrücke durch, so Reinsch. So wurden erst kürzlich die Arbeiten an der Unterseite der Brücke beendet. Der nächste ist Schritt ist bereits in Planung: die Sanierung der zwei jeweils 76,7 Meter hohen Stahlpylone samt Trägerkabel und Hängeseile.
Expertenrunde kommt zusammen
In den nächsten Jahren soll zum Beispiel der Korrosionsschutz erneuert. Wie und wann genau das nun passieren soll, wird in der nächsten Woche geplant. „Dann kommt eine Expertenrunde zusammen“, so Reinsch.
Denn die Sanierung der Pylone ist kein Zuckerschlecken. Damit die alte Schicht mit Hilfe eines Sandstrahls abgetragen werden kann, müssen die Pylone komplett eingerüstet werden. „Ansonsten werden die schönen Emmericher Wiesen vollgestaubt“, so Reinsch. Noch kniffliger als das Einrüsten der Pylone seien die Arbeiten an den Trägerkabeln, die hängenden Verbindungen zwischen den beiden Pylonen. „Dafür müssen wir uns wirklich etwas einfallen lassen. Aber das ist ja auch das Spannende am Ingenieurberuf“, erklärt der Brücken-Fachmann. Je nach Beschaffenheit und Aufwand werden zudem die von den Trägerkabeln senkrecht hinunterragenden Hängeseile entweder saniert oder sogar komplett erneuert. „Auch darüber müssen wir noch beraten“.
Doch auch an anderer Stelle wird ausgebessert. Und zwar wird die Fahrbahn der Rheinbrücke ebenfalls wieder Instand gesetzt. „Natürlich sind Fahrbahnsperrungen hierzu notwendig. Aber es wird immer einer Fahrbahn befahrbar sein“, verspricht Reinsch. Mit Behinderungen des Verkehrs rechnet er deshalb nicht.
Wie viel die Sanierung kostet und wann die Arbeiten beginnen, steht noch nicht fest. Schließlich geht es ja erst nächste Woche an die Detailplanungen.
Als großes Finale gibt es übrigens einen neuen Anstrich für die Rheinbrücke, die inzwischen ein wenig blass daher kommt. Da sich das alte Farbkonzept bewährt habe, wird das Bauwerk schon bald wieder in einem kräftigen Rot leuchten.
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