Björn Hesener sucht perfekten Augenblick – im Rheinpark

Fotograf Björn Hesener hat 13 Exponate im „Haus im Park“ in Emmerich ausgestellt.
Fotograf Björn Hesener hat 13 Exponate im „Haus im Park“ in Emmerich ausgestellt.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Borkener Fotokünstler Björn Hesener ist stets auf der Suche nach dem perfekten Augenblick. 13 Exponate gibt es nun im Emmericher „Haus im Park“ im Rheinpark zu sehen.

Emmerich..  Am Donnerstag noch putzte Werner Steinecke die weiß-rot gerahmten Fenster. Der 1. Vorsitzende des Kunstvereins Emmerich sorgte mit Lappen und Wassereimer zweihändig dafür, dass Björn Hesener am gestrigen Sonntagmorgen ins rechte Licht gerückt werden konnte. Genauer: Seine Fotografien, die nicht nur bei der Ausstellungseröffnung im zweigeschossigen „Haus im Park“ den vermeintlich perfekten Augenblick zeigen wollen.

Ob das dem 38-jährigen Borkener gelungen ist, dessen Werke bis zum 17. Mai jeweils samstags (13 bis 17 Uhr) und sonntags (11 bis 17 Uhr) gezeigt werden? Liegt, wie immer, in Auge und Motivation des Betrachters. Wenn der die 13 Exponate im Rheinpark bei freiem Eintritt ruhig auf sich wirken lässt.

Heseners Interesse an der Fotografie erwuchs im Kindesalter. „Ich war zehn Jahre jung, da hat mir mein Vater die Grundlagen beigebracht. Dann habe ich jede Menge geübt. Vorwiegend in den Urlauben.“ Mit dem Sport- und Biologie-Studium in Münster wurde der Stadt-Zoo erster Abnehmer jener Fotos, die mit neuen Objektiven eine Wirkung erzielten hatten. „Ich war damals zwanzig und habe gedacht, da geht mehr.“ Neben Firmen- und Kalenderarbeiten liegt Hesener die Fotokunst am Herzen. „Wenn diese den Betrachter berührt, habe ich gewonnen.“

Die optischen Favoriten im schneeweißen „Haus im Park“? Man könnte es sich leicht machen. Natürlich wirkt die aus acht Bildern zusammengesetzte 360-Grad-Aufnahme eines aqua-blauen Schwimmbades der polnischen Stadt Bagicz wie ein herrlicher Sprung ins Nass. Allein der Farben wegen. Das einst 1955 von Russen erbaute Hallenbassin öffnet derzeit nur im Sommer. Der Unterhalt ist ansonsten schlicht zu teuer. „Früher sind Mutige von der kleinen Tribüne oben in die Tiefe gesprungen“, weiß Hesener. Seine polnische Frau hat dort nämlich ihre ersten Schwimmübungen absolviert.

Optischer Monumental-Mitstreiter im Erdgeschoss des Hauses, ebenfalls im kopfwandbreiten 360-Grad-Panorama, ist der Raum der tausend Spardosen aus dem Arnheimer Freilichtmuseum. Sagenhafte 80 Millionen Pixel sind verarbeitet. Sagt Hesener. Die meisten Dosen sind exzellent zu erkennen.

2000 Auslöse und fünf Tage

Im Obergeschoss stechen drei Exponate hervor. Die (perfekte) Wellenfotografie kostete 2000 Auslöse und fünf Tage. Wie das Ostsee-Foto mit hohem technischem Anspruch realisiert wurde? „Künstlergeheimnis“, sagt Hesener. Die Graffiti-Wände in einem alten Armee-Gebäude wirken in eine andere, faszinierend kahl-harte Richtung.

Science-Fiction-Freunde werden die eine Stunde lang belichteten Himmelssporen rund um den Polarstern mögen. Ein Foto aus dem winterlichen Baltikum. Mit leichtem Schmerzcharakter. Hesener: „Mit Windverstärkung lag die Temperatur unter null Grad Celsius.“ Perfekte Augenblicke sind nicht immer ein Wunschkonzert.