Biologe entdeckt gut erhaltenen Mammut-Stoßzahn in Rees

Den Fundort des Stoßzahns am Rheinstand in Grietherort dokumentierte Walter Ahrendt sofort.
Den Fundort des Stoßzahns am Rheinstand in Grietherort dokumentierte Walter Ahrendt sofort.
Foto: Walter Ahrendt
Was wir bereits wissen
  • Den Fund machte der Diplom-Geologe Walter Ahrendt bei Kartierungsarbeiten
  • Der Stoßzahn lag im Sand gegebettet am Rheinufer und ist sehr gut erhalten
  • Das Fragment ist 60 Zentimeter lang und soll Teil einer Ausstellung in Kleve werden

Grietherort.. Einen keineswegs alltäglichen Fund machte vor gut zwei Wochen Walter Ahrendt. Der Diplom-Biologe beim Kreis-Naturschutzzentrum in Bienen entdeckte bei Kartierungsarbeiten im feuchten Sand des Rheinufers bei Grietherort das Fragment eines Mammutstoßzahns. Das Stück ist gut erhalten und misst im Außenradius 60 Zentimeter. „Ein derartiger Fund wird in Deutschland vielleicht zwei-, dreimal, höchstens fünfmal im Jahr gemacht“, ist sich Walter Ahrendt bewusst.

Fundstück ist stark veralgt

Ahrendt wusste nicht gleich, was er vor sich hatte, als er den Fund machte, zumal der Zahn tief im Sand eingebettet lag. „Es hätte ja auch ein Abflussrohr sein können“, erinnert er sich. Aber Art der Krümmung ließ den Halderner aufmerksam werden. Er holte sein Taschenmesser hervor und legte den oberflächlich stark veralgten Stoßzahn zunächst einmal an den Rändern frei. „Danach war mir dann klar, um was es sich handelte“, sagt Ahrendt. Vorsichtig fuhr er mit seiner Arbeit fort und legte das gesamte Fragment frei.

Das fossile Fundstück hat einen Durchmesser von 13 Zentimetern an beiden Bruchstellen. „Das Stück muss direkt an der Zahnwurzel gesessen haben“, weiß Ahrendt. An dieser Stelle ist es hohl.

Das Alter des Elfenbeins zu schätzen ist schwierig. Es muss aber mindestens 10.000 Jahre alt sein, weil die Verwandten der Elefanten nach der jüngsten Eiszeit mit der Klimaerwärmung endgültig ausstarben. Das Besondere: Das Fundstück aus Grietherort ist sehr gut erhalten. Offensichtlich war es ständig von feuchten Sedimenten umgeben und ist vom Rhein nicht bewegt worden. Erst kürzlich wird es vom Fluss freigespült worden sein – nachdem sich der Strom weit in sein Bett zurückgezogen hat. Ahrendt muss das Fragment also rasch nach dessen Freilegung entdeckt haben. Ein Glücksfall!

Stoßzahn muss getrocknet werden

Damit der gute Zustand erhalten bleibt, muss der Stoßzahn äußerst vorsichtig getrocknet werden. Fachlichen Rat hat sich Ahrendt beim Diplom-Geologen Pascal van Elsbergen-Wardthuysen geholt. Der Praester hat ihm geraten, das Stück in einen Plastiksack zu legen, damit der Trocknungsvorgang nur schleichend vonstatten geht. „Würde es an der Luft trocknen, würde der Zahn zerbröseln“, erklärt van Elsbergen-Wardthuysen, der von einer achtwöchigen Trocknungszeit ausgeht. Der Diplom-Geologe hat sich bereit erklärt, die weitere Konservierung des Fossils zu übernehmen. Nach der ersten Trocknung will er das Fossil in eine Lösung aus Knochenleim und Wasser legen. „Das dauert ein paar Tage“, sagt der Fachmann. Wenn keine Blasen mehr aufsteigen, ist der Vorgang abschlossen. Dann muss der Stoßzahn erneut langsam trocknen.

Seinen endgültigen Platz soll der Zahn im Infozentrum in Kleve-Keeken erhalten, wo man bei einem Rundgang durch die Ausstellung viel über die geologische Entstehung der Region und ihre Geschichte erfahren kann.