Besucher strömten ins rockige Dorf

Das Rock im Dorf hat sich fest etabliert.
Das Rock im Dorf hat sich fest etabliert.
Foto: Jens WachterStorm
Was wir bereits wissen
Allein im Vorverkauf wurden dreimal so viele Karten für das kleine Festival verkauft. Die Besucher schätzen den Charme und den familiären Charakter in Haffen.

Haffen..  Das Festival Rock in’t Dörp hat sich etabliert. Am Samstagabend strömten die Besucher förmlich zum Platz vor der Schützenhalle – zumindest als die ganz große Hitze nachließ. Es seien dreimal so viele Karten im Vorverkauf an den Mann gebracht worden wie im Vorjahr, verkündete Mitorganisator Moritz Kleineberg. Doch vor allem an der Abendkasse gingen noch reichlich Karten weg, so dass die Bands eine wirklich gute Kulisse geboten bekamen.

„Ein bisschen ist es hier wie Haldern früher“, meinte ein Gast und blickte dabei auf den Jubiläumsbecher des Haldern Pop Festivals in seinen Händen. Die Becher zum 10-jährigen Bestehen des Nachbarfestivals wollte die Halderner ursprünglich entsorgen, doch die Haffener griffen ein und bekamen so die Becher. Eine Konkurrenz zum großen Festival in Haldern wollen sie aber nicht sein. Vielmehr bestehen freundschaftliche Beziehungen, schließlich habe man jahrelang als Helfer in Haldern mitgewirkt.

Familiärer Charakter

Doch die Musik und auch das Klientel sind ein anderes als in Haldern. Und auch die Größe wolle man gar nicht erreichen, versichert Kleineberg im Vorfeld des Festivals. Vielmehr verkörpert Haffen jenen Charme und familiären Charakter, den der Name Rock in’t Dörp verspricht. Man trifft sich dort. Jung und Alt, die gemeinsam aufbauen, helfen und feiern. Denn das Festival, das ursprünglich von den Haffenern Jungschützen ins Leben gerufen wurde, zieht mittlerweile weitere Kreise. Es schafft Gemeinschaft. Und so ist es nicht verwunderlich, dass diese Atmosphäre auch bei den Musikern ankommt.

Den Anfang des langen musikalischen Sommerabends machen die Jungs von „R.E.M.O.V.E“. Eine noch sehr junge Band, die ihren Ursprung wie so viele an diesem Abend in der Rockschule Hamminkeln hat. Mit dem Leiter Marco Launert haben Kleineberg und Co. das komplette Line-Up abgestimmt. Haffen ist eben auch der Ort, der junge regionale Bands auf die Bühne holt. Und die zeigten keine Spur von Lampenfieber, sondern rockten von der ersten bis zur letzten Minute die Bühne vor der Schützenhalle. Auch die Jungs von „About Nightmares and Daydreames“ hatten die Bühne und das Publikum sofort im Griff, so dass sie auch ein „Instrumental-Ding“ einbauten. Ebenfalls begeistert war das Publikum von „To Have and Hold“, die mit ihrer Sängerin für die ersten Gänsehautmomente des Abends sorgten. „Die werden wir nochmal sehen“, ist sich Kleineberg sicher.

Danach kommen zwei Musiker auf die Bühne, die ursprünglich mit ihrer Band Samotta den Abschluss des Abends bilden sollten. Doch die Band löste sich kurz vor dem Festival auf und übrig blieben nur noch die zwei Gitarren und der Sänger, die die Band vor acht Jahren gegründet hatten. Kurzentschlossen gingen sie auch zu zweit auf die Bühne und gaben alles. Mit ihren Surf-Ponchos waren sie für alles gerüstet und boten einfach gute Rockmusik und feine Gitarrensoli.

Ab 23 Uhr wurden mit „Smokaholic“ die härten Klänge rausgeholt. Während die Hitze des Tages langsam verschwand, kamen jetzt Musiker und Publikum auf Betriebstemperatur. Den Abschluss eines wirklich gelungenen Festivals machte die niederländische Band „Bootsman“ mit erneut guter und vor allem ehrlicher Rockmusik.