Berufsinformationstage beim Gymnasium Aspel in Rees

Bewährungshelferin Nicola Brühl erzählte aus ihrem Berufsalltag. „Nicht das Delikt steht im Mittelpunkt meiner Arbeit, sondern der Mensch, egal ob Eierdieb oder Mörder“, sagte sie ihren 22 Zuhörerinnen.
Bewährungshelferin Nicola Brühl erzählte aus ihrem Berufsalltag. „Nicht das Delikt steht im Mittelpunkt meiner Arbeit, sondern der Mensch, egal ob Eierdieb oder Mörder“, sagte sie ihren 22 Zuhörerinnen.
Foto: FUNKE Foto Services
20 Referenten gaben Einblick in ihren Berufsalltag und zeichneten den Weg dorthin über Schule und Studium nach.

Rees..  „Ich habe Respekt vor den Menschen, mit denen ich arbeite, aber keine Angst.“ So reagierte Nicola Brühl auf die Frage einer Schülerin, mit welchen Gefühlen sie kriminell gewordenen Menschen wie beispielsweise Sexualstraftätern begegne. Nicola Brühl ist Bewährungshelferin. Richtiger wäre, sie als Fachfrau des ambulanten sozialen Dienstes der Justiz zu bezeichnen. 22 Schülerinnen des Gymnasiums Aspel hörten der jungen Kleverin zu, die jetzt über ihren Berufsalltag sprach und den Ausbildungsweg dorthin über Schule und Studium nachzeichnete – bei den Berufsinformationstagen „Meet the Professionals“ des Gymnasiums Aspel für die Jahrgangsstufe 9.

„Viele Schüler haben kaum Kenntnisse darüber, was sich hinter den einzelnen Berufsfeldern verbirgt“, weiß Sebastian Janzen, Lehrer am Gymnasium Aspel und dort zuständig für die Studien- und Berufsorientierung. Daher seien Informationsveranstaltungen wie diese sehr wichtig, fügte er hinzu. Rund 20 Referenten sprachen gestern über ihren Beruf und beantworteten Fragen. Mit dabei waren Mitarbeiter der Bundes- und Landespolizei, der Bundeswehr, aus der IT-Branche, aus den Bereichen Justiz, Medizin, Verwaltung, Ingenieurwesen und Management.

Rund 50 Prozent der Referenten sind ehemalige Aspel-Schüler. „Das gibt einen ganz anderen Zugang, viel direkter“, weiß Janzen. Was auch der Ex-Aspelaner, Referent Erik Pareigis, zu schätzen weiß. „Ich komme gern hierher an meine alte Schule“, sagt der 44-Jährige Diplom-Finanzwirt, der beim Finanzamt Wesel arbeitet. Er hatte zwei Power-Point-Präsentationen über den mittleren und gehobenen Dienst mitgebracht. „Und natürlich Material, damit sich interessierte Schüler weiter informieren können“, sagte er. „Es ist in der Tat so, dass Schüler kaum Berührungen mit dem Finanzamt haben und sich die Arbeit dort nicht vorstellen können“, bestätigte er. Dass man dort während der Ausbildung schon mehr als 1000 Euro brutto verdient, habe die Schüler überrascht, sagte er. Und positiv zur Kenntnis sei genommen worden sei von den Neuntklässlern, dass die Auszubildenden in den vergangenen Jahren immer übernommen worden seien. „Und auch die Chancen, Beamter auf Lebenszeit werden zu können, stehen nicht schlecht“, fügte er hinzu.

Nicht nur ehemalige Schüler sind Janzen als Referenten wichtig, sondern auch Mitarbeiter und Führungskräfte hiesiger Unternehmen. So gehörte auch Apothekerin Esther Beckmann, Rechtsanwalt Till Christian Uebe und Kämmerer Andreas Mai und Mitarbeiter Daniel Köster zu den Referenten. „Gerade die Kontakte zu der heimischen Wirtschaft sind wichtig in Hinblick auf die Praktika“, so Sebastian Janzen. „Denn läuft erst das Programm der Landesregierung ‘Kein Abschluss ohne Anschluss’ an, werden wir auch für die Schüler der Klasse 8 bereits einen Praktikumsplatz benötigen“, blickte er in die Zukunft. Dies soll ab übernächsten Schuljahr gelten.

Probat und Kao Chemicals

Heute gehen die Berufsinformationstage in die zweite Runde. Dann fahren die insgesamt 96 Schüler der Jahrgangsstufe 9 mit dem Bus zu einem Betrieb, um sich dort umzusehen. Wählen konnte die Schüler dabei zwischen Besuchen bei den Rheinischen Kliniken in Bedburg-Hau, der Deutschen Gießdraht und beim Rhein-Waal-Terminal in Emmerich und – erstmals dabei – bei den beiden Emmericher Unternehmen Kao Chemicals und den Probat Werken.

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