Bei Betuwe setzt Rees auf Konsens

Blick von oben auf die Unterführung für Fußgänger und Radfahrer inklusive Rampe.
Blick von oben auf die Unterführung für Fußgänger und Radfahrer inklusive Rampe.
Foto: NRZ Emmerich
Was wir bereits wissen
Die Pkw-Unterführungen in Millingen und Empel sind in weite Ferne gerückt. Würde Rees auf deren Realisierung beharren, müssten die Stadt insgesamt rund 12,1 Millionen Euro berappen.

Millingen/Empel..  Wird in der kommenden Woche das Aus für die Pkw-Unterführungen in Millingen und Empel im Rahmen der Betuwe eingeleitet? Möglich wäre es. Denn die Stadtverwaltung empfiehlt der Politik, für die Beseitigung der beschrankten Bahnübergänge im Ortsteil Millingen, Haupt- und Anholter Straße, und im Ortsteil Empel, Reeser Straße, jeweils „nur“ einer Fußgänger- und Radfahrerunterführung zuzustimmen.

Wie berichtet haben es Bund und Land kompromisslos abgelehnt, die Kosten für beide Pkw-Unterführungen zu übernehmen. In Empel wird das mit der räumlichen Nähe zur Überführung über die B 67 begründet. Für Millingen wird ausschließlich die Anbindung der Bruchstraße unterstützt. Eine weitere Pkw-Führung ist aus Sicht beider Verkehrsministerien für Millingen nicht notwendig.

Angsträume sind weg

Allerdings sind die von den Bewohnern als Mauselöcher und Angsträume abgelehnten Unterführungen für Rad- und Fußverkehr vom Tisch. „Beide angebotenen Lösungen haben deutlich eine höherer städtebauliche Qualität, sie liegen in der Straßenachse“, so Bürgermeister Christoph Gerwers.

Die nun vorgelegten Pläne für die Fuß- und Radwegeunterführungen für Millingen und Empel ähneln sich. Es wird jeweils in der Achse der Haupt- und der Reeser Straße ein Unterführungstrog hergestellt. Die Trogbreite in Millingen beträgt sechs, in Empel 4,75 Meter. Die Fußgänger werden in gerader Linie über Treppen nach unten zu den Trögen geführt. Von beiden Seiten bestehen, zumindest vom Zwischenpodest aus, Sichtbeziehungen. Die Rampen für die Radler werden bogenförmig ausgebaut und mit Kurvenradien versehen, die so ausgestaltet sind, dass der Radfahrer sie gut befahren kann, die Fahrräder also nicht schieben müssten. Die Rampen erhalten eine Neigung von sechs Prozent. Die Troglängen betragen 25 Meter für Millingen, 35 Meter für Empel.

Warum will die Stadt diesem Vorschlag zustimmen, den sie eigentlich selbst nie wollte? Derzeit besteht zwischen der Stadt Rees und den anderen Beteiligten kein Konsens. Der ist aber Voraussetzung für eine 100-prozentige Kostenübernahme bei der Beseitigung der Bahnübergänge. Zudem muss der Konsens für alle Übergänge innerhalb des Stadtgebiets erreicht werden. Ohne die komplette Kostenübernahme würde sich als Finanzierungsdrittel für die Stadt bei den Bahnüberführungen, auch den bereits komplett abgestimmten wie Alter Deichweg, Bruch- und Alte Heerstraße, Sonsfeld und Antonieweg, ein Eigenanteil von ca. sieben Mio. Euro ergeben. Hinzu kommen die Kosten für die Pkw-Unterführungen Millingen (5,8 Mio. Baukosten u. 1,8 Mio. für Grunderwerb mit Abriss von neun Häusern) und Empel (ca. 4,5 Mio. Euro), insgesamt also 12,1 Mio. Euro.