Bed Rugs rocken vor 80 Gästen

Haldern..  Während Herbert Grönemeyer 15 Auto-Minuten entfernt in Bocholt rund 22 000 Gäste ins Stadion am Hünting lockte, waren es immerhin noch rund 80 Besucher, die lieber Bed Rugs in der Haldern Pop Bar sehen wollten. Die Belgier heimsten ordentlich Applaus ein für ihre psychidelische Rockmusik, die sie mit viel Herzblut darboten.

Das Quintett aus Antwerpen kombiniert den mit Hall versetzten mehrstimmigen Gesang mit einem Gitarren-Arsenal, pfiffigen Percussions und geschickt eingesetzten Synthesizer-Klängen. Der Gesang wirkt weit entflohen, während die erdigen Gitarren den Zuhörer auf den Boden zurückholen. Der kräftige Bass wurde oft durch treibende E-Gitarren umgarnt. Manch ein Solo und kollektive Saiten-Exzesse sorgten für Höhepunkte. Erinnert sich noch jemand an den Auftritt von Pinkunoizu in der Pop Bar? Bed Rugs klingen wie eine rockigere Version dieser experimentellen Band. Die erzeugten Stimmungen sind vergleichbar. Manch einer hört Drogenmusik der 70er raus. Keine Frage. „Ich war in der Zone“, sagte entsprechend auch Sänger Stijn Boels nach einem Lied. Wobei sein Zustand rein durch die Musik entstanden sein dürfte.

Der zweite Sänger, Yannick Aerts, ziemte sich nicht, seine Deutsch-Brocken einzusetzen. Fürs Publikum übersetzte er die Song-Titel ins Deutsche. „Das nächste Lied heißt ‘Sturm der Liebe’“ Uuuh, das klingt nach Schlager. Lieber beim englischen Titel bleiben.