Bauch voller Ruhrpott-Comedy

Beim Open Air Kindertheater „Das kleine Gespenst“ waren viele Kinder dabei,
Beim Open Air Kindertheater „Das kleine Gespenst“ waren viele Kinder dabei,
Foto: Jens WachterStorm
Was wir bereits wissen
Markus Krebs machte beim Open Air-Festival am Schlösschen Borghees Station. „Das kleine Gespenst“ der Burghofbühne Dinslaken begeisterte den Nachwuchs. Komödie Sonntagabend wegen Wetters abgesagt..

Emmerich..  Noch schnell ‘ne Bratwurst von der Kirmes, und ab ging’s für Markus Krebs zum ‚Schloss Borghähs in Emmerisch‘. Dort war im Laufe der letzten Tage ein kleines, schönes und zugleich chilliges Festival-Gelände entstanden. Doch bevor die Großen (Generationenmix zwischen 20 und 75!), die vom gesamten Niederrhein anreisten, auf ihre Comedy-Kosten kamen, stand der Nachwuchs im Vordergrund. „Das kleine Gespenst“ der Burghofbühne Dinslaken begeisterte 100 Kinder und Eltern am Freitag. Mit Uhu Schuhu ging Ottfried Preußlers Gespenst auf Abenteuertour. „Es war einfach schön, wie die Kinder mitgingen“, so Michael Rozendaal, der vor dem „Hocker Rocker“-Tourstop von Markus Krebs ein positives Fazit der Open Air-Veranstaltung zog.

Witze-Fontäne

Apropos Hocker, den brauchte der Mann, der stets aus dem Bauch heraus mit einer Witze-Fontäne und Erlebnissen mit Iggi und Co schoss, eigentlich gar nicht. Mit Pilsflasche, Sonnenbrille und Mütze holte es ihn immer wieder vom Hocker. Gerade dann wenn er von der aus seiner Sicht „erstmals größeren Bühne als der Zuschauerbereich“ in die lachenden Gesichter der rund 200 Gäste schaute und seine unüberhör- und sehbaren Gedächtnispausen garniert mit einem eigenen Lacher einlegte.

Festzuhalten bleibt, dass Krebs weiß, wie er das Publikum begeistern kann. Im Hexenkessel, so der RTL-Comedy-Grand Prix-Sieger, in dem sich unter Bäumen im Schatten am Schlösschen gut aushalten ließ, müsse er wohl ohne Groupies, zugeworfene BHs und Schlüpper auskommen: „Noch nicht einmal Stalker sind gekommen.“ Macht nichts! Denn schnell lernte man die neuen extremen Hobbys wie etwa „vom Schaffner weglaufen trotz Fahrkarte“ kennen. Aber auch, dass der Ruhrpöttler an dem romantischen Roman ‚Zu Hause ist, wo der Schlüssel passt‘ schreibt und ‚Vier gewinnt‘ sich auch mit Kukident-Tabs mit der blauen und weißen Seite spielen lässt.

Doch Hauptaugenmerk von Krebs waren sein Kegelclub und seine Kneipe, die ‚Oase‘ in seiner Heimat Duisburg-Neudorf. Auch die Stimmung, die nach Markus Krebs Meinung nach der Pause eher die wie beim Wäschenaufhängen war, bekam er in den Griff, lief zur Höchstform mit nicht endenden Lachsalven auf. Obwohl ihn ja die Borgheeser Schmeißfliegen, Mücken und Schupsbienen im Scheinwerferlicht plagten. Trotzdem berichtete er ausgiebig von der Kegeltour mit seinen Kumpels zur Hamburger Reeperbahn. Letztendlich ernannte er sich selbst zur ‚Ruhrpottklinge in der Pilsbörse‘ und verkündete schon mal: „Look to, that you gewinn Land“. Natürlich durften der bekannte ‚Vollpfosten‘ und die entscheidenden Wörter „Pass auf“ auch diesmal beim ‚Hocker Rocker‘ nicht fehlen.

Besonderes Highlight für die Besucher: die Kür des besten Witzes. Jury: na klar, Markus Krebs. Zum Witze-Überbrücken beim Auswerten hatte er sich Oliver Müller aus Dinslaken mit ins Boot genommen. Während Markus Krebs nach dem letzten Gag „im Südflügel“ noch kräftig Autogramme schrieb, sorgten die lokalen Musikgrößen von „Gene@work“ mit Songs wie ‚All right now‘ zum Abschluss des Open Air-Haupttages für gute Stimmung. All das hätte bestimmt auch die einstige Hausherrin, das „schöne Käthchen“, begeistert.


Wegen des Gewitters wurde die Komödie „Schmetterlinge sind frei“ Sonntagabend kurzfristig abgesagt. „Ich möchte kein Risiko eingehen. Die Sicherheit geht mir vor, zumal im Wald“, sagte Michael Rozendaal.