Bad Himmelblau

Freibad. Das Reeser Freibad ist fiskalisch ein schwarzes Loch; denn es trägt sich nicht wirtschaftlich. Die Stadt musste kräftig zuschießen, um den Betrieb während der Sommermonate am Leben zu halten. Daher konnte es dem Reeser Kämmerer durchaus gelegen kommen, dass der Kreis Kleve diesen Badebetrieb aus hygienischer Sicht nicht länger dulden will.

Rees hat jetzt sozusagen die Wahl zischen Pest und Cholera. Soll der Freibadbetrieb ganz eingestellt werden, oder ist dieses Stadtbad zu sanieren bzw. neu zu bauen, oder kann man es verlagern? Die Verwaltung schlägt die Verlagerung ans Reeser Meer vor – sprich Bad Himmelblau. Das setzt allerdings einen sauberen See voraus. Wie die Lokalpresse am 8. Oktober 2016 berichtete, erfordert das einen langen Atem. Die NRZ titelte: Freibad ist ein Auslaufmodell.

Der wolkenfreie Himmel kann sich nur in einem klaren See blau spiegeln. Das Wasser des Reeser Meeres ist zur Zeit aber noch milchig trüb. Nicht ohne Grund stellte die Stadt Rees am vorhandenen Badestrand vor der Liegewiese das Warnschild auf: Baden verboten. Und am entgegen liegenden Ufer postierte die Kiesfirma Holemans eine kleine Informationswand über den Fischreichtum des Reeser Meeres. Grundlage beider Schilder ist der hohe Nährstoffgehalt des Salzwassers. Was führt zu dieser Eutrophierung? Maßgebend ist die Einleitung überdüngten keimbelasteten Wassers aus der Haffenschen Landwehr. Und für die Kontaminierung trägt der Deichverband Bislich-Landesgrenze die Verantwortung. Als Lösung des Problems müssen die Stadt Rees und der Kreis Kleve den Deichverband zwingen, die Rohrverbindung zwischen der Landwehr und dem Reeser Mehr zu beseitigen. Andernfalls bleibt der Traum vom Bad Himmelblau nur ein Traumziel.