Austrittswelle in den Kirchen

Emmerich/Rees..  Die Kirchensteuer, der Sparkurs der Evangelischen Kirche im Rheinland, die Missbrauchsfälle, der Limburger „Skandalbischof“ und nicht zuletzt der lange schwelende Zwist in der katholischen Kirche vor Ort – in den vergangenen Jahren kam einiges zusammen, was bei vielen Emmerichern und Reesern das Fass zum Überlaufen brachte und zu dem Entschluss führte, der Kirche den Rücken zu kehren.

Man kann getrost von einer dramatischen Entwicklung sprechen. In Zahlen: Von 2011 bis 2104 haben sich die Austritte aus der evangelischen Kirche mehr als verdoppelt, sie kletterten von 33 auf 78. Bei den Katholiken hat sich die Zahl sogar fast verdreifacht und stieg von 69 auf 194. Das weist die vorläufige amtliche Statistik des Amtsgerichtes Emmerich aus, wo Kirchenaustritte beurkundet werden. Insgesamt nahm die Zahl der Kirchenaustritte von 102 auf 273 zu. Auch einen Austritt aus der russisch-orthodoxen Kirche verzeichnete die Statistik für 2014.

Frohes Fest . . .

Bei Gericht wird zwar keine Motivforschung betrieben, gelegentlich ereignen sich aber aufschlussreiche Dialoge. Ein Emmericher begründete aus freien Stücken seinen Austritt damit, dass er mit der Kirche und dem ganzen Gedöns um Weihnachten nichts am Hut habe und wünschte beim Verlassen des Büros ein „frohes Fest“, worauf die Gerichtsangestellte schlagfertig zurückgab: „Welches Fest meinen Sie?“