Ausstellung zur Historie Silutes

Drei Vorstandsmitglieder des Freundeskreises Emmerich-Silute, von links Alfred Bartminn (Vorsitzender), Martin Bauer und Werner Gerhardt.
Drei Vorstandsmitglieder des Freundeskreises Emmerich-Silute, von links Alfred Bartminn (Vorsitzender), Martin Bauer und Werner Gerhardt.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Vor 25 Jahren erklärte sich Litauen unabhängig. Dieses Datum würdigt eine Ausstellung zur 500-jährigen Historie der Partnerstadt Silute. Eröffnung ist am 25. Juli.

Emmerich..  Vor 25 Jahren erlangte Litauen wieder seine staatliche Unabhängigkeit. Dieses Jubiläum nimmt der Freundeskreis Emmerich-Silute, seit 1992 im Vereinsregister eingetragen, aber schon davor sehr aktiv, zum Anlass für eine Ausstellung über 500 Jahre Stadtgeschichte Heydekrug-Silute, Titel: „Vom Rhein zur Memel.“

Eröffnet wird die aus zehn Rolltafeln und deutschsprachigen Erläuterungsblättern bestehende Info-Schau des Museums Silute am Samstag, 25. Juli, um 17 Uhr im Rathaus.. Dazu wird eine kleine Delegation aus der Partnerstadt erwartet, u.a. der Bürgermeister der Kreisstadt, Vytautas Laurinaitis; die Vorsitzende des Siluter Emmerich-Vereins, Rita Uzpurviene; Museumsleiterin Roza Siskniene und eine Mitarbeiterin, die in Landestracht einen Vortrag über Folklore im Memelland hält. Privat reist die Ärztin Ona Buziene an.

Nur ein Ausrutscher

Es ist ein Jubiläum in schwierigen Zeiten. Vorstandsmitglied Martin Bauer, der mit Altbürgermeister Willi Heering zu den Wegbereitern der 1991 offiziell besiegelten Städtepartnerschaft zählt, wies in einem Pressegespräch darauf hin, dass ein Abgeordneter des russischen Parlaments (Duma) den Oberstaatsanwalt mit der Prüfung der baltischen Unabhängigkeit beauftragt hat. „Hoffentlich war das nur ein Ausrutscher“, so Bauer. Jedenfalls hat der Osteuropa-Kenner den Eindruck: „Die Töne aus der Duma werden rauher.“

Aber auch die Partnerschaftsvereine selbst haben mit allerlei Problemen zu kämpfen. Der Siluter Verein zählt mal gerade noch 60 Köpfe, sein Emmericher Pendant auch nur noch rund 80. „Es waren einmal 130“, sagt Schatzmeister Werner Gerhardt, der angesichts des Abwärtstrends nicht gänzlich ausschließen mag, dass den Silute-Verein einmal ein ähnliches Schicksal ereilt wie Kirkland. „Das wird sich wahrscheinlich nicht vermeiden lassen. Es wird immer schwieriger. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Hoffnung haben wir, deshalb haben wir ja auch die Ausstellung forciert, das kostet uns ja auch ein bisschen Geld.“

Geld für sozial Schwache

Die Gründe, warum Städtepartnerschaften landauf, landab keinen großen Charme mehr versprühen, sind vielfältig, in diesem Fall aber auch speziell. Versuche, Schulpartnerschaften auf die Beine zu stellen, wurden wieder eingestampft, nachdem in Emmerich am Gymnasium das nötige Interesse fehlte.

Weite Entfernung, teure Flüge und die schwierige litauische Sprache, die für deutsche Schüler zudem relativ unattraktiv ist, sind Handicaps. Und dabei hat die Region um Silute so einiges zu bieten. Highlights sind Naturschönheiten wie Memel-Delta und Kurische Nehrung. Und die Menschen sind offen und herzlich.

Der Freundeskreis hat sich auf die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Litauen eingestellt, das seit 2004 zur EU gehört und zu Jahresbeginn den Euro einführte. Früher, sagt Gerhardt, habe man mit Pakettransporten (Lebensmittel, medizinische Geräte, Bekleidung usw.) den Menschen geholfen. Dann habe der Vorstand ganz auf Geld umgestellt. So bezuschusste der Verein bis heute Ferienfreizeiten für insgesamt 80 Kinder aus sozial schwachen Familien an der Ostsee und unterstützt zudem gesellige Nachmittage alter Menschen in Silute, die nur eine ganz kleine Rente beziehen.