Auf einer Wellenlänge

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Isselburg..  Es ist ein Schulterschluss zwischen Parteien und Verwaltung, die wahrlich nicht immer einer Meinung sind. Zumindest beim schnellen Internet passt zwischen den handelnden Personen kein Blatt Papier. „Es liegt uns am Herzen, diese Gemeinsamkeit zwischen Politik und Verwaltung zu demonstrieren“, sagte dann auch Bürgermeister Rudi Geukes auf einer Pressekonferenz an der auch die vier Fraktionsvorsitzenden der im Rat vertretenen Parteien teilnahmen.

Dem Bürgermeister gefiel die Harmonie ganz offensichtlich. Was ihm weit weniger gefallen dürfte – wenngleich er dies nicht öffentlich sagen wird – sind die bisherigen Anmeldezahlen für den Breitbandausbau bei der Deutschen Glasfaser. Denn bis zum Stichtag sind es nur noch 23 Tage. Anholt mit knapp 20 Prozent liegt gerade mal bei der Hälfte der benötigten Anmeldequote. In Isselburg und Werth sieht es noch weit schlechter aus. „Ich stutze richtig, alle Leute, mit denen ich in meinem Bekanntenkreis gesprochen habe, sind für Glasfaser und haben auch schon unterschrieben“, berichtete FDP-Ratsmitglied Johannes Epping. „Ich weiß jetzt auch nicht, wie wir die fehlenden Prozent bekommen.“

An mangelndem Einsatz dürfte das sicherlich nicht liegen. Zum einen legt sich die Deutsche Glasfaser mächtig ins Zeug mit Veranstaltungen in den einzelnen Stadtteilen oder Info-Ständen etwa bei Onstein. Zum anderen fungieren die Ratsmitglieder und Verwaltungsmitarbeiter als Multiplikatoren. „Ich sage immer, niemand hat etwas zu verlieren, wenn er den Vertrag unterschreibt“, meinte CDU-Fraktionschef Frank Häusler. „Nach zwei Jahren kann man ja wieder wechseln, hat dann aber den Glasfaser-Anschluss im Keller liegen.“

Dass etwaige Ressentiments der Bevölkerung gegen das Unternehmen Deutsche Glasfaser ein Hemmschuh sein könnten, wollte Geukes so nicht akzeptieren: „Es geht hier definitiv nicht darum, Werbung für ein Unternehmen zu machen, aber es gibt keine Alternative beim Breitband“. Auch Kevin Schneider (FDP) sah den Grund für das schleppende Interesse eher in einer Geisteshaltung: „Viele sagen, ich brauche das nicht.“ Genau dies sei aber zu kurz gedacht.

Internet als Grundversorgung

„Ein gutes städtisches Breitbandangebot ist schon heute einer der wichtigsten Standortfaktoren, wenn nicht mittlerweile sogar Standortfaktor Nummer eins überhaupt“, meinte der Bürgermeister, der das schnelle Internet auf einer Stufe mit der Verkehrsinfrastruktur sowie der Grundversorgung mit Gas, Wasser und Strom sieht. „Der Glasfaserausbau in Isselburg ist enorm wichtig für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt.“

Uwe Übelacker (Grüne) mahnte, dass es nicht absehbar sei, wenn es nicht jetzt zum Breitbandausbau komme, wann die Stadt wieder so eine Chance erhalte.