Auf dem Rezept steht: Kooperation

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (vorn links) besuchte im Rahmen des Hüthumer CDU-Tages auch das Willibrord-Spital in Emmerich. Rechts Geschäftsführer Dr. Johannes Hütte. Mit auf den Foto u.a. Landrat Wolfgang Spreen, Dr. Günther Bergmann (MdL), Hüthums CDU-Boss Erik Arntzen, Bürgermeister Johannes Diks und CDU-Fraktionschef Gerhard Gertsen.
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (vorn links) besuchte im Rahmen des Hüthumer CDU-Tages auch das Willibrord-Spital in Emmerich. Rechts Geschäftsführer Dr. Johannes Hütte. Mit auf den Foto u.a. Landrat Wolfgang Spreen, Dr. Günther Bergmann (MdL), Hüthums CDU-Boss Erik Arntzen, Bürgermeister Johannes Diks und CDU-Fraktionschef Gerhard Gertsen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Hermann Gröhe war prominenter Gast des Hüthumer CDU-Tages. Bundesgesundheitsminister plädierte für eine sinnvolle Arbeitsteilung zwischen ortsnaher Regelversorgung und Spezialkliniken.

Emmerich..  Er halte Gespräche mit Nachbarträgern für sinnvoll, um auszuloten, „ob wir uns gemeinsam in die Zukunft aufmachen sollen“. Bekräftigte Dr. Johannes Hütte, Geschäftsführer der Krankenhaus- Holding Pro Homine Wesel-Emmerich (160 Mio. Euro Umsatz, 2050 Mitarbeiter, 750 Betten, neun Senioreneinrichtungen) beim Besuch von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU): „Wir sind wirtschaftlich gesund, merken aber den härter werdenden Markt“, sagte Hütte. Dessen Kooperations-Kurs fand vollste Zustimmung bei dem hohen Gast aus Berlin, der sich bestens informiert zeigte über die Besonderheiten vor Ort.

110 Zuhörer im Waldschlösschen

So wusste Gröhe auch Bescheid über die Kooperation des Willibrord-Spitals mit der Radboud-Uniklinik in Nimwegen. Diese strategische Partnerschaft wurde bisher für die Bereiche Radiologie, Neurochirurgie und die gemeinsame Ausbildung des medizinischen Nachwuchses vereinbart.

Mit solchen, gerade in Randlagen naheliegenden grenzüberschreitenden Kooperationen liegt Pro Homine auf einer Wellenlänge mit Gröhes Vorstellungen von einer patientenorientierten Gesundheitspolitik, die er vormittags vor 110 Zuhörern im Waldschlösschen skizzierte. Ziel sei eine bestmögliche Behandlung, „egal, wo man wohnt und wie viel man verdient“. Die Leistungen müssten schrittweise ausgebaut werden und stellten eine „Riesenherausforderung“ dar.

Man nehme Geld in die Hand für Innovationsfonds und moderne Behandlungsmethoden. Ziel der Krankenhausreform, die er noch vor der Sommerpause ins Kabinett bringen wolle, weil er wisse, „dass die Krankenhäuser darauf warten“, sei eine „intelligente Arbeitsteilung“. Die ortsnahe Regelversorgung müsse man erhalten. Denn bei einem Schlaganfall sei nun einmal eine rasche Behandlung nötig, die man nur vor Ort leisten könne. Bei planbaren Operationen hingegen, z.B. am Herzen, könnten es auch Spezialkliniken in Nimwegen oder München sein: „Da spielen andere Kriterien eine Rolle.“

Und weil man Politik, wie er findet, nicht am Schreibtisch machen sollte, besuchte er auch das Willibrord-Spital, schaute bei der Intensivmedizin vorbei, der Orthopädie und der Geriatrie und unterhielt sich angeregt mit Pflegedienstleiterin Sylvia Guth-Winterink.

Ärztemangel auf dem Land, Pflege und Prävention waren weitere Themen des Hüthumer CDU-Tages, der für Hermann Gröhe morgens im Rathaus begonnen hatte, vor dem für den Minister sogar geflaggt war. Für Dr. Günther Bergmann (MdL) ist der 54-jährige Neusser „die Stimme des Niederrheins in Berlin“. Gerade jetzt brauche man einen „Fürsprecher“, meinte Bergmann und spielte damit auf den Wechsel von Ex-MdB Ronald Pofalla zur Bahn an. Bürgermeister Johannes Diks bat Gröhe, Emmerichs Wunsch nach einem IC-Halt doch „positiv in Berlin zu begleiten“. Vielleicht helfen die Katjes, die der Erste Bürger dem Gast schenkte, ja ein wenig nach.

Am Ende durfte Hüthums CDU-Chef Erik Arntzen wieder ein rundweg positives Fazit unter die traditionsreiche Veranstaltung ziehen. Arntzen, von Beruf Krankenkassen-Lobbyist, hatte sich mit „seinem“ Minister ein kleines verbales Scharmützel geliefert. Arntzens durchaus kritisches Referat hatte auch ein kurzer Stromausfall (Mikro, Licht) im „Waldschösschen“ nicht aufhalten können.