Anstoßen mit Leckereien der Destille in Dornick

Am Dienstag, 09.12.2014, entstand dieses Foto von der Destille Dornick fuer die Silvesterausgabe der NRZ Emmerich - Damit kann man Anstossen - Niederrhein Destille in Emmerich Dornick Foto: Thorsten Lindekamp / FUNKE Foto Services
Am Dienstag, 09.12.2014, entstand dieses Foto von der Destille Dornick fuer die Silvesterausgabe der NRZ Emmerich - Damit kann man Anstossen - Niederrhein Destille in Emmerich Dornick Foto: Thorsten Lindekamp / FUNKE Foto Services
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Auf ein tolles Jahr 2015! Die Niederrhein Destille in Dornick hat fürs Neujahrs-Prosit einige köstliche Getränke im Angebot. Die NRZ hat eine Auswahl getestet.

Dornick..  Der Jahreswechsel steht kurz bevor. Das ist immer ein klassischer Anlass, die Gläser zu erheben und anzustoßen. Doch womit? Die NRZ hat bei der seit 2007 bestehenden Niederrhein Destille in Dornick vorbei geschaut und einige der edlen und oft auch prämierten Tropfen probiert. Nicht alle, das wäre bei rund 20 alkoholischen Getränken vielleicht etwas zu viel des Guten. Aber die Betreiber Ingeborg und Andre de Schrevel haben uns eine schöne Auswahl präsentiert.

Los geht’s mit einem Elstar Apfelbrand, der 2014 den Ehrenpreis des rheinisch/saarländischen Obstbrennerverbandes bekommen hat. „Der passt gut zu einem kräftigen Essen: Braten mit Apfelrotkohl und Knödeln“, sagt Ingeborg de Schrevel – also ideal für die Jahreszeit. Entgegen der Erwartung brennt der Brand im Mund und in der Kehle gar nicht so sehr. Eher ein weicher Brand. Das Apfelaroma hingegen bleibt lange auf der Zunge, das Gaumengefühl ist angenehm. Fazit: Auch ein Laie schmeckt den Ehrenpreis.

Der Willy ist ein Klassiker. Gemeint ist der Williams-Christ-Birnenbrand. Das Birnenaroma kommt toll heraus, der Abgang ist weich und mild. De Schrevel hat den sauberen Mittellauf des Brandes genommen. Manche mögen es, wenn ein Brand mehr Nachlaufanteile hat, dann ist das Getränk wuchtiger. Klammer auf. Das würde die Chancen auf Prämierungen nicht erhöhen. Klammer zu. „Wir wollen ein ausgewogenes Aroma erreichen. Die frische Frucht soll zu schmecken sein“, erklärt Andre de Schrevel. Fazit: Die frische Frucht schmeckt man tatsächlich.

Jetzt kommt ein Dessert-Begleiter: ein Erdbeer-Geist, der zum Beispiel zu einem Erdbeer-Tiramisu passt. Der Geist selbst trägt eine feine Erdbeernote. Man wird nicht damit erschlagen. Fazit: Lecker, aber nicht die erste Wahl.

Kräftiger duftet da schon der Himbeer-Geist. Hier entfaltet sich der Geschmack spät und erinnert an Himbeer-Joghurt oder -Bonbons. Fazit: Da werden Kindheitserinnerungen wach.

Ganz neu im Sortiment ist der Kaffeegeist. Die Bohnen stammen von der Rösterei Lensing & van Gülpen aus Emmerich. Lutz Reinhart-van Gülpen hat die äthiopische Sorte Sidamo Shakisso eigens für diesen Geist geröstet. Der Kaffeegeist entfacht schon ein Feuerwerk in der Nase. Da kommen tolle Röstnoten hervor. Der Geschmack ist herb und gibt die Aromen elegant frei. Fazit: Wer wirklich Kaffee mag, wird den Geist lieben.

Und auch einen Kaffeelikör haben de Schrevels im Regal stehen. „Wir machen unsere Liköre mit relativ wenig Zucker. Wir wollen uns da bewusst von anderen absetzen“, verrät Andre de Schrevel. Deshalb ist der Likör auch nicht so drappig und entfaltet einen bitter-süßen Geschmack mit leichter Schoko-Note im Abgang. Schmeckt insgesamt kräftiger als der Geist. Fazit: sehr zu empfehlen.

Sehr modern ist es, süße Liköre mit Sekt zu mischen. Die Destille hat dafür einen Himbeer-Likör zu bieten. 2cl Likör und dann das Glas mit eher trockenem Sekt aufgießen. Im Glas entwickeln sich tolle Farbspiele. Die Mischung ist nicht so süß, wie man es hätte erwarten können. Ein gutes Getränk für Sekt-Einsteiger. Schön spritzig. Fazit: Spannender als „nur“ Sekt.

Und jetzt folgt die Sekt-Mischung mit einem Brombeer-Likör. Hierbei ist der Fruchtgeschmack kräftiger. Fazit: eine ausgewogene Liaison.

Ein Abstecher zum Steinobst. Der Zwetschgenbrand wurde im Holzfass gelagert. Dieses Getränk brennt bisher am meisten. Es ist ein kräftiger Geschmack. Die Holzfass-Note ist sicher nicht jedermanns Sache, hat aber was. Fazit: für geübtere Geschmacksknospen am besten.

Abschließend noch ein Blick in die Zukunft: Wie berichtet, hat die Destille einen Whiskey aufgesetzt. „Der darf sich erst so nennen, wenn er drei Jahre gelagert hat“, so Andre de Schrevel. Das wäre im November 2015 der Fall. Eine Probe dessen, was da im Cherryfass lagert, hat die NRZ verkostet – Stand Oktober 2014: Erste Charakterzüge sind bei dem goldigen Getränk schon zu erkennen. Fazit: Da darf man gespannt sein.

Es war Dr. Klaus Haagmann aus Göppingen, der den Dornickern dazu geraten hatte, auf Whiskey zu setzen. Das dürfe man als Investition in die Zukunft sehen. Die Liste der Vorbestellungen – die ersten beiden Flaschen gehen in die USA – sei bereits lang.

Die Williams-Christ-Birnen und einige Apfelsorten bekommen de Schrevels von Wilhelm Baumann aus Grietherbusch und Everhard Baumann aus Reeserward. Die Apfelsorten Golden Delicious und Elstar liefert Heinrich Bossmann aus Babberich. Quitten, eine sehr harte Frucht, der zur besseren Gärung oft noch Saft hinzugefügt wird, gibt’s nur von Privatleuten: „Dieses Jahr war es ganz knapp“, sagt Andre de Schrevel.

Andre und Ingeborg de Schrevel sind in gewisser Weise kleine Wissenschaftler: „Wir haben schon viel ausprobiert und haben das Glück, guten Draht zu einigen Wissenschaftlern zu haben“, so Andre de Schrevel. Da hätten sie schon einige wertvolle Tipps bekommen, so dass sie oft gute Tropfen herstellten. Ohne die Experten hätten die Dornicker es als Quereinsteiger – Andre de Schrevel ist gelernter Zahntechniker – nicht geschafft.

Regulär geöffnet hat die Destille an der Dorfstraße 59 in Dornick donnerstags, freitags und samstags von 10 bis 18.30 Uhr. Wer an anderen Tagen kommt, kann aber ruhig einfach mal klingeln: „Wir wohnen ja nebenan“, sagt Ingeborg de Schrevel. Kontakt unter 02822/4627. Online: www.niederrhein-destille.de.