Anlaufstelle für Asylbewerber

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Was wir bereits wissen
Es soll ein Runder Tisch eingerichtet werden. Ob die Stadt auch einen zusätzlichen Mitarbeiter einstellen muss, wird von CDU und FDP kritisch gesehen.

Isselburg..  Rudi Geukes ist offenbar ein gebranntes Kind. „Es sollte ein Patt vermieden werden“, meinte der Bürgermeister im Sozialausschuss, nachdem in der Woche zuvor im Rat die Frage nach dem Standort des neuen Asylbewerberheims wegen Stimmengleichheit vertagt werden musste. Auch dieses Mal ging es um das Thema Flüchtlinge. Doch Ausschuss-Vorsitzender Thomas Bertram (CDU) gab schon im Vorfeld Entwarnung: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir eine Zustimmung hinbekommen.“ Bertram sollte recht behalten. Einstimmung wurde der Beschlussvorschlag angenommen.

„Ich höre hier heute ausgesprochen gerne zu – ist ja nicht oft so“, fasste Pfarrer Michael Binnenhey den Grundtenor der Sitzung zusammen. „Sie diskutieren nämlich richtig miteinander.“ Beim Thema Willkommenskultur für Flüchtlinge gab es auch keine großen abweichenden Meinungen. Die Integration von Asylsuchenden in die Gesellschaft sei nicht nur mit einer Willkommens-, sondern vor allem auch mit einer Anerkennungskultur möglich, meinte Dr. Theodor Beine (SPD), der zudem sagte, dass sich seine Fraktion „bis wir uns aufgelöst haben“, sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt habe. „Wir brauchen einen Runden Tisch, den es in anderen Städten schon lange gibt“, so Beine. „Zum ersten Treffen sollte so umfassend wie möglich eingeladen werden“. Dieser Vorschlag fiel bei allen anderen Ratsmitgliedern auf fruchtbarem Boden.

Ein anderer fand hingegen weniger Gehör. So plädierte die ehemalige (und bald wieder) SPD-Fraktion dafür, dass bei der Stadt eine Stelle geschaffen wird, die sich um alle Fragen der Thematik kümmert. „Wir brauchen eine administrative Anlaufstelle“, erklärte Beine. Dabei soll es sich aber weder um einen Hausmeister (Beine: „Ich will keinesfalls Hausmeister herabwürdigen“) noch um einen Verwaltungsfachmann handeln. Vielmehr wäre ein sozialpädagogischer Hintergrund wünschenswert, am besten mit Vorkenntnissen im Bereich Asylpolitik.

Freiwillige Leistung

„Das geht mir im Moment ein bisschen zu weit, jetzt so ad hoc eine Stelle zu schaffen“, lautete die Replik von Dr. Stephanie Krause (CDU). Andreas Böggering plädierte einerseits für die Schaffung der Stelle, andererseits pochte er auf Realpolitik. „Wir brauchen eine Fachperson, die Notwendigkeit ist unbestritten. Nur wie sollen wir die Sache gegenfinanzieren“, meinte der FDP-Mann. Dies sei vor allem deswegen auch schwierig, weil es sich ja um eine freiwillige Leistung der Stadt handele.

Einig waren sich alle Politiker, dass man auch die bereits tätigen Ehrenamtler und weitere Interessierte mit ins Boot holen muss. Pfarrer Binnenhey und sein katholischer Amtskollege Klaus Winkel berichteten von der Gründung des Netzwerks Asyl Isselburg in vergangenen Woche, in dem sich Ehrenamtliche zusammengeschlossen haben. „Menschen aus Krisengebieten brauchen Bindungspersonen“, meinte Binnenhey. „Es muss eine Person da sein, die verlässlich ist.“ Er warnte eindringlich davor, was passieren würde, wenn die Flüchtlinge nicht integriert werden: „Dann schaffen wir eine Subkultur.“ Der Ausschuss einigte sich schließlich neben der Einberufung eines Runden Tischs darauf, dass die Verwaltung ein Stellenprofil und auch die mögliche Finanzierung ermitteln soll.