Anklage eingestellt

Emmerich..  Den unbedingten Willen, den entstandenen finanziellen Schaden wieder gut zu machen, nahmen dem Angeklagten sowohl Staatsanwalt als auch Richterin Dr. Christiane Schmitz offenbar ab. Der 37-jährige Türke musste sich gestern vor dem Amtsgericht wegen Sozialbetruges verantworten. 533 Euro Arbeitslosengeld hatte der Vater von drei Kindern von der Agentur für Arbeit zu viel kassiert. Das Gericht stellte das Verfahren vorläufig ein – unter der Auflage, das Geld in Monatsraten zu je 50 bzw. 33 Euro zurück zu zahlen.

Dass er das Geld Mitte vergangenen Jahres zu Unrecht erhalten hatte, wollte der Mann so nicht stehen lassen. „Ich hatte die Agentur darüber informiert, dass ich einer Beschäftigung nachgehe“, sagte er gestern aus. Dass er nach eigenen Angaben gleich zweimal eine Kopie seines Arbeitsvertrages dort abgegeben hatte, war bei der Arbeitsagentur aber nicht dokumentiert.

Derzeit würde er keine Unterstützung seitens der Arbeitsagentur erhalten, sagte der Angeklagte, der zuletzt wegen eines Arbeitsunfalles krank geschrieben war und ab kommenden Sonntag wieder in der Sicherheitsfirma anfängt, bei der er schon früher einmal angestellt war. Wegen der weiten Anfahrt hatte er die Stelle aufgegeben.

Momentan lebt die fünfköpfige Familie vom Geld, das die Frau des 37-Jährigen in einem Call-Center verdient. „Zahlen Sie die Summe ab und belegen Sie das dem Gericht“, mahnte Richterin Schmitz. Sonst würde man sich bald wieder sehen.

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