Anholterin lädt ins Trauercafé

Stefanie Alofs lässt sich zur Trauer- und Sterbebegleiterin ausbilden.
Stefanie Alofs lässt sich zur Trauer- und Sterbebegleiterin ausbilden.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Anholterin Stefanie Alofs (40) lässt sich zur Trauerbegleiterin ausbilden. In der Friedenkirche bietet sie monatlich einen Anlaufpunkt für trauernde Angehörige

Anholt..  Die Zeit der Trauer ist für Menschen die schwerste Phase im Leben. Häufig haben sie dann den Eindruck, dass sie auch nach Jahren nicht mit dem Tod der geliebten Person zurechtkommen werden. „Sie fühlen sich dann unverstanden, verlassen und einsam“, sagt Stefanie Alofs. Die 40-Jährige weiß, wovon sie redet. „Denn in den vergangenen fünf Jahren habe ich selbst Phasen der Trauer erlebt“, erklärt die Anholterin.

Das Gute im Schicksal entdeckt

Zwar nicht in Form eines einschneidenden Todesfalles, sondern durch Schicksalsschläge in Form einer schweren Krankheit und einer Trennung. Blickt Stefanie Alofs darauf zurück, kann sie all dem Leid der vergangenen Zeit etwas Gutes abgewinnen: „Ich bin gestärkt daraus hervorgegangen und habe dadurch meine Berufung gefunden.“ Denn die alleinerziehende Mutter dreier Kinde lässt sich seit März vergangenen Jahres zur Trauer- und Sterbebegleiterin ausbilden. Ende des Jahres will sie ihr Zertifikat in den Händen halten. „Der Tod hat mich schon immer beschäftigt“, erklärt Alofs. Bereits als Kind. „Ich habe einfach ein ausgeprägtes Helfersyndrom.“

Seit vergangenem Jahr hilft sie daher ehrenamtlich bei „Omega“ aus. Der Bocholter Verein bietet Hilfe für Trauernde und Sterbebegleitung. Letzteres leistet Alofs nun auch schon seit vergangenem Jahr. Eine Aufgabe, die belasten könnte. Nicht so für die junge Anholterin. „Nach einem Einsatz am Sterbebett fahre ich selig heim. Ich bin schließlich der festen Überzeugung, dass das Leben nach dem Tod auch weitergeht.“

Auch außerhalb ihrer Ausbildung und der ehrenamtlichen Tätigkeit bei Omega beschäftigt sich Stefanie Alofs nun einmal im Monat mit dem Thema Trauer. Denn seit vergangenem Monat bietet sie in einem Trauercafé Hinterbliebenen die Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen. „Schon mit Beginn meiner Ausbildung war ich voller Tatendrang, etwas in dieser Art in Anholt zu realisieren.“ Zum Glück fanden sie und Jürgen Heidemann, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Anholt/Werth, zusammen. Denn gemeinsam stellten sie nun das Trauercafé auf die Beine. „In der Gemeinde erleben wir Trauer und Leid“, so Heidemann. „Ich habe mir oft überlegt, wie wir in solch schweren Zeiten, die manchmal unendlich lang sind, einander helfen können. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, als Frau Alofs mit der Idee kam, ein Trauercafé ins Leben zu rufen“, so der Pfarrer.

Ein Angebot für alle Altersgruppen

Bereits im vergangenen Monat war das erste Treffen. Und immerhin: Zwei trauernde Frauen aus Rhede und Bocholt fanden den Weg zum Trauercafé. „Das war schon toll, dass überhaupt jemand kam. Aber ich hoffe, dass auch Anholter das Angebot nutzen werden“, so Alofs, die verspricht, dass alles Besprochene auch im Trauercafé verbleibt. Die Menschen sollen darin über ihr Schicksal, ihre Gefühle und ihr Leben frei miteinander reden. „Denn zu reden, hilft viel in der Trauer“, weiß Alofs. Alle Altersgruppen und natürlich auch Konfessionen sind dazu eingeladen.