Anholter Halle war für die Körbeflechter etwas zu klein

So sieht das Gerüst eines geflochtenen Korbes aus.
So sieht das Gerüst eines geflochtenen Korbes aus.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der schon 79-jährige Franz Brömmling lud zum Körbeflechten in die Anholter Halle ein. 50 Interessierte hatten sich angemeldet, nur zwanzig fanden allerdings einen Arbeitsplatz.

Anholt..  Ein altes Handwerk ist der Beruf des Korbmachers, welches zwar auch heute noch ausgeübt wird, jedoch ist die Anzahl der Korbflechter im Land merklich zurückgegangen. Inzwischen ist das Körbeflechten in allen Altersstufen zu einem beliebten Hobby geworden. Was im übrigen keine Zauberei ist. Und mit ein wenig Geschick und Ausdauer, dem richtige Material und Handwerkszeug kann jeder seinen eigenen Korb herstellen.

Für die Gärtnersiedlung

Der 79-jährige Franz Brömmling aus Anholt beherrscht dieses Handwerk noch. Vor 70 Jahren als kleiner Bub hat es ihm sein Vater beigebracht. Brömmling hat über die Jahre für den privaten Gebrauch oder für die Gärtnersiedlung in Anholt immer mal wieder Körbe gefertigt.

Um dieses Können weiter zu geben, hat der Heimatverein in Anholt am vergangenen Samstag einen Kurs in Korbflechten angeboten und stieß dabei auf eine nicht erwartete Resonanz. Fünfzig Anmeldungen gingen innerhalb einiger Tage bei Brömmling ein.

Für dermaßen viele Teilnehmer war der Raum in der Mehrzweckhalle in Anholt zu klein. Dieser reichte lediglich für zwanzig Personen. So müssen sich einige Interessierte noch gedulden und auf einen nächsten Kurs hoffen.

Versprochen hat er den zwar nicht, aber wenn er die Möglichkeit hat und der liebe Gott ihn zappeln ließe, dann zappelt Brömmling mit. Sein Alter spiele dabei für ihn keine Rolle.

Das geeignete Material hatte Brömmling im Vorfeld besorgt und überall in der Mehrzweckhallte lagen große Bunde grüner biegsamer Weidenäste, die fast den ganzen Boden bedeckten. Passend für einen Weidenkorb sind die Ruten der Korbweide. Sie sind stark, biegsam und zugleich fest, wodurch sie einen belastbaren Werkstoff für die Körbe darstellen. Vor allen sind die Äste der Korbweide um einiges länger als die der Kopfweide.

Zehn bis 14 Tage vor der Verarbeitung sollten sie geschnitten werden, denn sie dürfen nicht zu trocken, aber müssen noch zäh genug sein.

Und dann ging es los. Zuerst erklärte Brömmling den Teilnehmer die Herstellung des Bodens, fertigte vor ihren Augen das Gerüst des Korbes an und gab Erklärungen, so dass jeder der Teilnehmer seinen Worten folgen und loslegen konnte. Wer Hilfe brauchte, musste nicht lange bitten. Der Kursleiter war immer gleich zur Stelle.

Frauen in der Überzahl

Und so nahmen langsam die Körbe der Teilnehmer Formen an. Und von denen waren erstaunlicherweise die Frauen in der Überzahl. Unter Ihnen die 66-jährige Anja Enserink aus Anholt. „Ich bin Rentnerin und habe sehr viel Zeit“, war ihre Erklärung für die Teilnahme, „und es macht mir eine Menge Freude, wenn unter meinen Händen etwas entsteht.“