Anholt bekommt Kabel, Isselburg und Werth sitzen nach

Waren am Freitag vor dem Isselburger Rathaus gut gelaunt: (von links) Mirko Tanjsek (Deutsche Glasfaser), Bürgermeister Rudi Geukes sowie sein Stellvertreter, Bauamtsleiter Michael Carbanje.
Waren am Freitag vor dem Isselburger Rathaus gut gelaunt: (von links) Mirko Tanjsek (Deutsche Glasfaser), Bürgermeister Rudi Geukes sowie sein Stellvertreter, Bauamtsleiter Michael Carbanje.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
42 Prozent der Anholter Haushalte und Unternehmen haben sich für das Glasfaserkabel entschieden. Damit ist die 40-Prozent-Hürde des Anbieters Deutsche Glasfaser genommen. Isselburg und Werth bekommen vier Wochen Zusatzzeit.

Isselburg..  Aus dem „Petroleum-Status“ sind die Anholter seit Freitag raus. Damals vor mehr als 150 Jahren, als ganz langsam von Öllampen auf Elektrizität umgestellt wurde, waren die Bürger auch erst skeptisch. Wofür Elektrik, wenn es das Petroleum auch tut? So ähnlich, formuliert jedenfalls Firmenprojektleiter Mirko Tanjsek, würde es sich mit dem Glasfaser-Kabel und dessen Sinnfragen verhalten.

Diese ultraschnellen Datenübertragungsleitungen, die für Telefon, Internet und Fernsehen gleichermaßen genutzt werden, seien eben die Zukunft. Wie einst die Elektrolampe. Was immerhin 42 Prozent der Anholter auch so sehen. Bis Ende des Jahres wird der Ortsteil nun mit Glasfaser versorgt. Anholt schaffte die 40-Prozent-Hürde, die das Unternehmen Deutsche Glasfaser mit Sitz in Borken auferlegt hatte, um ihr Produkt wirtschaftlich betreiben zu können.

„Ich muss zugeben, dass ich den Atem kurz angehalten habe, als unsere Buchungszahlen telefonisch durchgegeben wurden“, versicherte Bürgermeister Rudi Geukes. Anholts 42 Prozent ließen ihn strahlen. Wichtig für Geukes: Hoch moderne Datenübertragungen sind bei weitem nicht nur Privatvergnügen. Gerade auch Kleinunternehmen und Firmen investieren hier in ihre Zukunft.

Nur 22 Prozent haben zugesagt

Genau deshalb wünscht sich Geukes, dass Alt-Isselburg und auch Werth noch nachziehen werden. Vier Wochen Verlängerungsfrist genehmigte die Deutsche Glasfaser den Ortsteilen – bis einschließlich Samstag, 20. Juni. Bisher hatten sich jeweils „nur“ 22 Prozent der Haushalte und Unternehmen für das Kabel entschieden. Rund 450 Verträge müssten hier noch gezeichnet werden. „Das hat Anholt in zwei Wochen auf die Beine gestellt“, hebt Tanjsek hervor, „ich bin guter Dinge, dass das Isselburg und Werth auch hinbekommen.“

Dafür wird die Angebotsfrist ausgedehnt – inklusive für jene Anholter, die sich noch nicht zu den 42 Prozent an festen Glasfaser-Kunden rechnen. Einen Infopunkt gibt es in Anholt aber nicht mehr.

Isselburgs oberster Bürger hofft auch, dass sich noch Heelden und Vehlingen realisieren lassen. „Beim ersten, leider gescheiterten Versuch hatten wir dort die höchsten Zusageraten“, so Rudi Geukes. Der will die Bremser und Zweifler in den nächsten Wochen überzeugen: „Eine neue Infrastruktur in der Kommunikation nur für einen Ortsteil zu schaffen, das wäre wirklich eine vergebene Chance. Und es gibt ja schließlich keine stichhaltigen Gegenargumente, nicht auf die Glasfaser zu setzen.“

Womit wir wieder beim Petroleum-Elektrizität-Vergleich und der daraus erwachsenen Skepsis wären. „Jeder sollte in sich gehen und auch an die kommende Generation denken“, fügt Geukes an.
Das sind die neuen Glasfaser-Servicepunkte; Isselburg: Blumengeschäft Stilvoll, Münsterdeich 11/Ecke Hüttenstraße, mittwochs und donnerstags von 14.30 Uhr bis 18.30 Uhr; Werth: Werther Backhaus, Deichstraße 30, freitags von 9 bis 13 und 14.30 Uhr bis 18.30 Uhr.
Bei der Pfingstkirmes in Anholt am kommenden Wochenende wird das Unternehmen mit einem Infostand ebenfalls noch einmal vertreten sein.

Übrigens:

Im ersten Glasfaser-Anlauf 2011 waren Vehlingen (15 Prozent), Heelden (13), Anholt (12), Alt-Isselburg (6) und Werth (1) noch klar an der 40-Prozent-Hürde gescheitert.

Bis zum 20. Juni gilt nun noch die Anmeldung zum Monatspreis von 34,95 Euro (Telefon und Internet), auch für Anholt. Wer mehr erfahren will, liest im Internet: www.deutsche-glasfaser.de.