Amphibienfahrzeuge queren Rhein in Rees

Ein Amphibienfahrzeug.
Ein Amphibienfahrzeug.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Niederländer und Belgier stellen am 29. März die Ereignisse zum Kriegsendein Rees nach. Angelehnt daran gibt es jetzt auch zwei Radtouren.

Rees..  Viele werden sich an den 27. März 2010 erinnern. Vor gut fünf Jahren landeten in Speldrop zahlreiche Fallschirmspringer. Mit diesem Spektakel wurde an die luftige Landung von Alliierten vor 65 Jahren zum Ende des 2. Weltkriegs erinnert. Ein ähnliches Gedächtnistreffen soll es am 29. März in Rees geben. Diesmal steht nicht die Luft, sondern das Wasser im Mittelpunkt. 120 Fahrzeuge queren den Rhein bei Rees.

Tour durch das Kriegsgebiet

Die niederländisch-belgische Vereinigung „Keep them Rolling“ (grob übersetzt: „Haltet sie am laufen“) bereist anlässlich der Befreiung von den deutschen Besatzern vor 70 Jahren das Kriegsgebiet von Groesbeek über Rees, Hamminkeln und Isselburg bis nach Groningen. Betitelt ist die Tour mit „The Final Push“, also dem finalen Rückschlag.

Zwischen dem 27. März und 12. April werden an den Originalplätzen die Befreiungsschläge nachgespielt. In Rees wird es an der Rheinbrücke eine Gedächtnisfeier geben, beispielsweise auf einem alten Amphibienfahrzeug auf dem Rhein. Andere historische Militärfahrzeuge werden den Landweg über die Brücke nutzen.

Möglicherweise gibt es auch wieder Fallschirmsprünge zwischen Rees und Isselburg. Viele Teilnehmer werden Uniformen tragen, die Damen Kleidung aus der Zeit des 2. Weltkrieges.

In der Stadt Rees wird das Thema übrigens ebenfalls aufgearbeitet. So ist eine stadtgeschichtliche Ausstellung „70 Jahre Kriegsende“ im Städtischen Museum Koenraad Bosman vom 10. Mai bis 21. Juni geplant.

Da sich seit der Etablierung des Gedächtnisgangs nach Megchelen/Niederlande jeweils am zweiten Sonntag im März eine enge Verbindung zu den Nachbarn entwickelt hat, werden jetzt auch in der neuen Fahrradbroschüre der Stadt Rees zwei Routen unter dem Titel „Auf dem Weg zur Freiheit“ angeboten.

Die 21 Kilometer lange Radtour ist angelehnt an den Gedächtnisgang, der gemeinsam von Niederländern und Deutschen zur Erinnerung an die ehemaligen Zwangsarbeiter im 2. Weltkrieg gewandert wird. Die stattliche 53 Kilometer lange Tour ist in Anlehnung an das Thema der Zwangsarbeiter auf ihrem Weg in die Freiheit insofern erweitert, dass sie an den Gedenkstätten vorbeiführt. Wie etwa das Mahnmal am Stadtgarten, Friedhof Haldern, Haus Aspel, Zwangsarbeiterlager Groin, Notunterkunft De Moezeköttel Megchelen, Grab und Skulptur Mies Neuhaus Megchelen, Gedenkstätte an der Kirche in Bienen und jüdischer Friedhof auf der Reeser Stadtmauer.

Dazu haben deutsche und niederländische Touristiker in den Ämtern ein eigenes Streckenlogo entwickelt, das den Radfahrern den Weg weist: ein Händedruck, festgehalten in Herzform.

In der Broschüre Radtouren in und um Rees werden die Touren „Auf dem Weg zur Freiheit“ beschrieben. Sie können auch auf der Internetseite der Stadt Rees unter www.stadt-rees.de heruntergeladen werden.

Ganz modern: Der entsprechende QR-Code kann vom Smartphone eingelesen werden. Hierdurch wird eine direkte Verbindung zur Internetseite hergestellt, von der die GPS-Daten der jeweiligen Radwanderroute herunter geladen werden kann.