„Alle nehmen die Pkw-Unterführung“

Der Ratssaal war bei der Bürger-Info zum Löwentor gut besucht.
Der Ratssaal war bei der Bürger-Info zum Löwentor gut besucht.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Mehr als 50 Emmericher ließen sich nun im Ratssaal bei der Bürgerversammlung ein mögliches neues Bahnhofsumfeld und den Kreisverkehr am Löwentor erklären. Es bleiben trotzdem noch viele Fragen offen.

Emmerich..  Flicken, das war am Donnerstag noch vor der Glückauf-Schranke am Löwentor angesagt. Dort füllten die Kommunalbetriebe tiefe Schlaglöcher mit Teer.

Zehn Stunden später präsentierte Prof. Peter Jahnen vom Aachener Büro HJPplaner in einem Guss Pläne für die Zukunft rund um Schienen, Bahnhof und neuen Kreisverkehr an der L 7 (früher B 8). Von Flickschusterarbeiten war dabei keine Rede. Was Politik und Verwaltung schon kannten, sollte nun den Bürgern vorgestellt werden. Stirnrunzeln war dabei keine Seltenheit.

Ein Stadtrundweg mit der blauen Linie als Führung, ähnlich wie auf Promenade und Kaßstraße, soll die Ströme gerade gen Rhein leiten, so Jahnen. Der sprach zugleich auch vom Unort „Bahnhof“ als Stadteingang. Zur Attraktivitätssteigerung bei wachsendem Personennahverkehr schlug er mehr P&R-Parkplätze, eine Fahrradstation und einen möglichen Abriss des Bahnhofsgebäudes vor. „Es wird die Sicht zu den Gleisen versperrt.“ Das sah Johannes ten Brink anders: „Ich würde Sie bitten, sich für einen Erhalt einzusetzen.“ Jahnen erläuterte, dass man erst für einen Abriss nach Neubau-Fertigstellung plädiere.

Viel mehr beschäftigte die Bürger die Unterführung für den Pkw-Verkehr und die Überführung für Radfahrer und Fußgänger. „Die Pkw-Unterführung ohne Rad- und Fahrweg ist ein Debakel“, so Rüdiger Helmich. Vielfach wurde auf die Nutzung des kürzeren Weges durch die Pkw-Unterführung hingewiesen. Auch bei noch so schöner heller Gestaltung des Rad- und Fußgänger-Tunnels.

Karl-Heinz Reimann wollte wissen, ob von der Dederichstraße her kommend eine Querungshilfe eingerichtet würde: „Die Straße beginnt doch eher als der Überweg.“ Eine Querungshilfe werde es geben, versicherte Jochen Kemkes, zuständiger Fachbereichsleiter, schloss aber nicht aus, dass Radfahrer und Fußgänger trotzdem den Pkw-Weg nutzen würden. „Den nehmen doch alle“, meinte ein Bürger. „Die Planfeststellung ist noch nicht gelaufen. Den Beschluss hat die Bahn noch nicht“, so Kemkes. Es gäbe viele Einwände betreffend des Fuß- und Radwegs in der Pkw-Unterführung, so ten Brink, die man nicht vergessen dürfe.

„Was passiert mit uns? Wir haben noch nichts gehört“, wollte der Mieter einer Wohnung Am Löwentor 2 wissen. Das Haus muss weichen. „Wenn das Planrecht da ist, können wir was sagen“, so Kemkes, der von einem Ende des Planfeststellungsverfahren 2016 ausgeht. Johannes Knist (Löwenbergerstraße) macht sich Sorgen, wenn er an den Baulärm und den Staub denkt. „Geht der Bauverkehr über unsere Straße?“, fragte er. „Ich gehe nicht davon aus. Die betroffene Nachbarschaft wird informiert“, so Kemkes.

Gefahr für Gerhard-Storm-Straße?

Beim fünfarmigen Kreisverkehr, der von Andrea Reinartz (Verwaltung) vorgestellt wurde, vermutete Tanja Nickel, dass viel zusätzlicher Verkehr (erst recht Lkw) durch Kreisverkehr und Pkw-Unterführung über die Gerhard-Storm-Straße fließe: „Das ist eine Abkürzung zur Autobahn anstelle über die B8. Das ist alles sehr unfallträchtig.“

Josef Schmitz geht davon aus, dass sich Rückstaus und eine zusätzliche Belastung der Hafenstraße durch die neue Verkehrsführung ergeben werden. Beim Kreisverkehr regte Franz Lux an, auf die Vorfahrt von Radfahrern und Fußgänger zu achten: „Anders als an der ‘s-Heerenberger Straße.“ Apropos anders: „Ich bin mal gespannt, ob ich das andere Emmerich noch erlebe“, hieß es von einem Bürger. Er begleitet seit über 20 Jahren die Betuwe-Entwicklung.