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Politik

Aktionsbündnis macht Ortstermin

21.02.2010 | 18:30 Uhr

Emmerich. Gestern gaben sich die Politiker etwas geheimnisvoll. „Ich möchte erst meine Fraktion über den Kompromiss informieren und deren abschließendes Urteil abwarten, bevor ich das Ergebnis an die Presse weitergebe”, teilte SPD-Fraktionschef Rolf Diekman mit.

Wolfgang Urbach von der FDP gab sich ebenfalls weitgehend verschlossen. „Wir sind zwar weiterhin mit der Summe, die das Projekt Rheinpark verschlingen soll, nicht einverstanden, dem Kompromiss in Sachen Bäume werden wir aber zustimmen”, meinte er. Diekman war jedoch bereit zu sagen, dass das von der Stadt Emmerich vorgelegte Konzept weniger Baumfällungen vorsieht als das am 15. Dezember vergangenen Jahres vorgestellte und zudem ein Ausgleich außerhalb des Parkgeländes vorgesehen ist.

30 alte Bäume sollen fallen

Wie schließlich zu erfahren war, sollten zunächst statt der 50 Bäume noch 30 fallen, also 21 gesunde sowie die neun nachweislich kranken. Das war der nun vorgetragene Vorschlag der Verwaltung. Dies löste eine heftige Diskussion aus. Rüdiger Helmich vom Aktionsbündnis „Bäume für Emmerich” hakte sofort nach, wollte wissen, um welche Bäume es sich handele. Rund zwei Stunden wurde kontrovers diskutiert, dann rückte die Verwaltung mit einem weiteren Zugeständnis heraus. Zu den geplanten sieben Neupflanzungen im Park sollen 22 Bäume außerhalb des Stadtparkes gepflanzt werden. Mit diesem Vorschlag konnte sich die Politik unisono anfreunden, zumal auch im Park selbst acht neue Bäume gepflanzt werden sollen.

Helmich will den Umbau des Parkes keineswegs herauszögern. „Aber es geht nicht, dass gesunde alte Bäume gefällt werden”, sagt er gestern gegenüber der NRZ. Er will sich heute erst einmal ansehen, welche gesunden Bäume fallen sollen. „Heute bekommen wir eine entsprechende Liste mit den Einzeichnungen”, hat ihm die Verwaltung auf Nachfrage zugesagt. Die Ersatzpflanzungen stellen für ihn keinen wirklicher Ersatz dar. „Ein junger Baum kann doch keinen alten ersetzen”, gab er zu bedenken. Die Verwaltung hatte versucht, Entgegenkommen zu zeigen: Jochen Kemkes, Leiter des Fachbereichs IV, hatte im Laufe der Diskussion angeboten, etwas ältere dicke Bäume als Ersatz setzen zu wollen.

Helmich ließ offen, wie sich sein Aktionsbündnis entscheide. Er wolle sich erst einmal einen Überblick mit dem Gang durch den Park verschaffen, dann mit den Leuten sprechen, die hinter dem Bündnis stünden. „Das sind immerhin über 5000 Personen”, erinnerte er. Auch der Soccer-Platz wurde noch mal in Frage gestellt. „Seitens der Politik hat aber keiner offen Bedenken geäußert”, so Rolf Diekmans Eindruck.

Gestern Nachmittag war auch Bürgermeister Johannes Diks zu erreichen. Er bestätigte die Angaben hinsichtlich des Kompromisses. „Die Bäume werden eins zu eins ersetzt”, sagte er. Sein Eindruck: „Es hat zwar keine Abstimmung über den Kompromiss gegeben, aber die Politiker scheinen sich damit anfreunden zu können.”

Wie berichtet, entscheidet am Dienstag der Rat der Stadt Emmerich.

Maria Raudzsus

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