Airport-Chef landete verspätet beim Unternehmerfrühstück
27.05.2009 | 17:53 Uhr 2009-05-27T17:53:00+0200
Ludger van Bebber sprach in Emmerich über die Erfolgsstory des Flughafens Niederrhein. Bürgermeister Johannes Diks diente als Lückenfüller
Emmerich. Mit einer Ryanair-Maschine ist Ludger van Bebber nicht von Weeze nach Emmerich geflogen. Sonst wäre er – vermutlich – pünktlich zum Unternehmerfrühstück im PAN gelandet. So traf der Flughafen-Geschäftsführer im Pkw mit satter Verspätung ein, ehe er vor 40 Herren der Wirtschaft zur Erfolgsgeschichte des Airports Niederrhein abhob: Auftrieb statt Sturzflug. In Zahlen: 1000 Jobs geschaffen; seit 2008 verdient der Airport Geld; Platz 13 der Inlandsflughäfen 2008 mit 1,5 Millionen Passagieren, 2009 werden zwei Millionen Fluggäste angepeilt, 55 Ziele, vor allem in Südeuropa.
Juristische Querschläge
Zu dumm nur, dass sich bei allem wirtschaftlichen Erfolg der 2003 eröffnete Zivilflughafen, der ohne das private Kapital aus Holland und die vielen Fluggäste vor allem aus dem Gelderland kaum existieren könnte, immer noch mit Protesten und Verwaltungsgerichten herumschlagen muss. Und zuletzt gab's Verunsicherung , weil Ryanair damit drohte, die Base in Weeze zu verlassen, wenn's dem erfolgreichen Billigflug-Anbieter zu bunt wird.
Obwohl, so einen Flughafen, den hätte Bürgermeister Diks wohl auch ganz gerne in seinen Mauern. Er preist zwar gerne die glänzende Anbindung seines Städtchens (Wasser, Schiene, Straße) an, aber zumindest mit der Bahn kann die Stadt derzeit keinen Blumentopf gewinnen. Fluch statt Segen. Und so geht es allenfalls darum, eine bessere Verkehrsanbindung des Raumes Emmerichs an den rund 33 Kilometer entfernten Flughafen zu wünschen. Denn, so wusste Diks zu berichten, es arbeiteten inzwischen auch viele Emmericher am Flughafen, und die Passagiere nutzen eh längst rege die Flüge ab Weeze nach Rom, Antalya oder Mallorca.
Noch verrät Hans-Josef Kuypers nicht, wer zum Wirtschafts-Forum kommt.
Das nächste Wirtschafts-Forum veranstaltet die Kreiswirtschaftsförderungs-Gesellschaft am 2. November in Emmerich. Das gab Geschäftsführer Hans-Josef Kuypers beim Unternehmerfrühstück bekannt. Auch ein „bekanntes Fernsehgesicht” werde eingeladen. Welches, verriet Kuypers noch nicht. Zum Forum im PAN werden zirka 250 Gäste eingeladen.
Bis zur Ankunft van Bebbers spielte Diks den „Lückenbüßer” und gab einen ausführlichen Sachstand zu kommunalpolitischen Themen. Nichts ließ er aus. Natürlich auch nicht die Betuwe-Route. Da rechnet er im 3. Quartal nicht mehr mit der Einleitung des Planfeststellungsverfahrens, zumal das Mediationsverfahren beim Eisenbahnbundesamt über die zwischen Stadt und Bahn strittigen sechs Bahnübergänge (u.a. Hüthum und Borgheeser Weg) immer noch nicht stattgefunden hat. „Wir sind dabei, dicke Bretter zu bohren.” Selbst bei einer Einigung mit der Bahn müsste Emmerich immer noch die „Riesensumme von 17 Millionen Euro investieren für etwas, was wir nicht bestellt haben. Wir wollen von diesen 17 Millionen noch weiter runter kommen und wenigstens städtebaulich das Optimale herausholen”. Diks zum weiteren Zeitplan: „Vor 2012 werden wir keine Baumaßnahme sehen.” Am Löwentor plane man dagegen schon länger, da erwarte er 2011 die erste Baustelle.
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