Ahmet Tolun brachte Yeziden und Deutsche zusammen
07.06.2009 | 18:07 Uhr 2009-06-07T18:07:00+0200
„Nicht allein Lippenbekenntnisse, sondern Taten sprechen lassen.” Das fordert Angela Tillmann von Genossen und Bürgern: Die integrationspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion fasste damit die Essenz der Veranstaltung „Yezidische Migranten zwischen Assimilation und Integration" zusammen.
Rees. Rund 60 kurdische Familien leben zurzeit in Rees, die meisten davon sind yezidischen Glaubens. „Ich höre das zum ersten Mal” und „Über diese Religion weiß ich gar nichts” gestanden einige der Gäste im Vorfeld des Informations- und Diskussionsabends im Kolpinghaus Rees.
„Damit die Scheu und die Vorurteile gegenüber hier lebenden Menschen mit Migrationshintergrund verfliegen und sich alle besser kennen lernen”, hatte Ahmet Tolun die Veranstaltung initiiert.
Der 35-jährige Sozialdemokrat kandidiert bei den Kommunalwahlen für den Stadtrat und konnte neben Bürgermeisterkandidat Harry Schulz auch den Landtagsabgeordneten Bodo Wißen begrüßen.
Im Rahmen eines allgemeinen Vortrags über die Bedeutung von Integration verwies Angela Tillmann auf einen entsprechenden Bericht der Landesregierung: „Ein Drittel der Bevölkerung NRWs hat einen Migrationshintergrund. Die Erwerbsquote dieser Menschen ist im Vergleich zu Deutschen erheblich geringer, ihre Bildungschancen sind niedriger.” Außerdem sei auffällig, wie selten Migranten in der Politik zu finden seien: „Von dem Drittel, das der Bevölkerungszahl entspricht, sind wir weit entfernt.”
Dass Integration vor Ort, in den Kommunen, im täglichen Leben stattfindet sei eine wünschenswerte Entwicklung, so die Landtagsabgeordnete weiter. „Trotzdem kann es nicht sein, dass Migranten, die seit 40 Jahren hier leben, nicht wählen dürfen, während das EU-Bürgern bereits nach dreimonatigem Aufenthalt gestattet ist.” Für diese Änderung des Grundgesetzes setze sich die nordrhein-westfälische SPD ein. „Leider fehlt uns die dafür notwendige Zweidrittelmehrheit.” Doch was kann man tun? „Initiativen gründen, mit Mitgliedern anderer Parteien ins Gespräch kommen, überzeugen”, so Tillmanns.
Von der Uniklinik Duisburg-Essen war Dr. rer. medic. Dipl. Psych. Sefik Tagay nach Rees gekommen. Der Yezide hat sich in der Integrationsforschung einen Namen gemacht und stellte seine Religion mit einem informativen Vortrag vor. „Yeziden sind kurdischer Volkszugehörigkeit”, erklärte er. „Die 4000 Jahre alte Religion hat nichts mit dem Islam zu tun, Glaubensanhänger werden in ihrer Heimat verfolgt.” Von den weltweit rund 800 000 Yeziden leben 45 000 in Deutschland. „Hochburgen” sind Städte wie Celle, Oldenburg oder Köln. Aber auch Emmerich und Wesel stehen auf der Liste.
„Oft werden Yeziden in der Öffentlichkeit negativ dargestellt”, prangerte Tagay an. „Dabei steht die Religion für Nächstenliebe und Freiheit und setzt sich für mehr Toleranz ein.” Generationenkonflikte seien unabhängig von der Religion: „Das passiert eben, wenn zwei verschiedene Wertesysteme kollidieren.”
Integration durch Sprache
Dass es vor allem die Sprache ist, die bei der Integration hilft, da waren sich die etwa 60 Teilnehmer – zu gleichen Teilen Migranten und Deutsche – einig. „Außerdem sollte man uns ein wenig Zeit zugestehen”, so der Appell Tagays. „Auch unter den christlichen Religionen war die gegenseitige Toleranz nicht von einem auf den anderen Tag da.”
18:43
Hallo!
Es scheint das Sie keine Ahnung haben und hier verwirrung hervorrufen möchten! Das noch anonym und ohne Namen!
Erst einmal richtig darstellen und lesen bevor andere ethniken und Volksgruppen in den Schmutz gezogen werden! Sehen Sie auf dem Foto jemanden mit Kopftuch??? Wie nenne Sie jemanden der kleine Kinder sexuell nötigt und vergewaltigt? Wie nennen SIe jemanden der seine Familie im Schlaf erschlägt? Wie nennen Sie jemanden der in der Schule rumballert, etliche Menschen umbringt und dann sich selbst?
15:19
„zwei verschiedene Wertesysteme kollidieren.”
...aus Ehrenmorde.de...Zitat: Die türkische Frau dagegen wird – vor allem, wenn sie jung ist – nicht als eigenständiges Wesen gesehen. Ihre Funktion ist, die Ehre der gesamten Familie zu tragen, inklusive Tanten und Onkel. Daher haben sämtliche Clan-Angehörigen das Recht (und die Pflicht), sich im Namen der Ehrverteidigung konstant in das Leben der Frau einzumischen. So wird die Ehre zu einem Instrument der totalen Kontrolle. Sie fördert Überwachung und Denunziation.
Denn die Ehre des Clans, die die Frau trägt, besteht aus ihrer sexuellen Enthaltsamkeit. Sie muss vor der Ehe Jungfrau sein und nach der Hochzeit treu. Das hört sich zunächst einmal lediglich konservativ an. Doch ein einziges Wort, ein einziger Blick kann die Ehre beschmutzen. Das bedeutet: Ein Vater kann seine Tochter einsperren, weil sie ihr Haare offen trägt oder sich nicht an die allgemeinen Regeln der Familie hält. Ein Ehemann kann seine Frau verprügeln, wenn sie ihm Widerworte gibt oder weil sie den Kassierer im Supermarkt seiner Meinung nach zu lange angeschaut hat. Ein Bruder kann seine Schwester erschießen, weil er glaubt, dass sie zu westlich lebt oder schlicht, weil sie kein Kopftuch tragen will.
Wer hier integriert werden möchte, sollte vielleicht mal über seine Werte nachdenken. Welche Werte sich aus der Religion entwickeln, kann man anhand dieses krassen Falls nachvollziehen. Welches dieser Wertesysteme durch das GG gesichert wird dürfte doch wohl logisch sein?