Ärger um gefälschte Louis Vuitton-Tasche

Emmerich..  Vom Internethandel hat diese Emmericherin die Nase voll. Eine 35-Jährige hatte ihre gebrauchte Handtasche bei einem Internet-Auktionshaus für 215 Euro im Herbst 2014 verkauft. Allerdings bemerkte die Käuferin, dass es sich nicht, wie angepriesen, um eine Tasche der Marke Louis Vuitton handelte. Sie wollte sofort ihr Geld zurück. Die angeklagte Hausfrau legte gegen einen Strafbefehl Einspruch ein. Jetzt wurde vor dem Emmericher Amtsgericht verhandelt: „Ich habe die Handtasche selbst bei Ebay gekauft und dachte, sie wäre echt. Ich wollte nie jemanden veräppeln.“ So gut, beteuerte die 35-Jährige, kenne sie sich mit Louis Vuitton nicht aus, dass sie es hätte erkennen können.

Betrug? Verfahren eingestellt

Die Emmericherin bot dem Opfer an, das Geld zurückzuzahlen, wenn sie nachweist, dass die Tasche unecht ist. Da könne ja jeder kommen und sagen, die sei nicht echt: „Nachher überweise ich das Geld und sehe die Tasche nie wieder.“

Inzwischen bestätigt ein Gutachten, dass es sich um eine Fälschung handelt. Das Gericht sah es nicht als erforderlich an, beim Internetauktionshaus nach dem Kauf der Tasche durch die Angeklagte weiter zu forschen. Nur so hätte überprüft werden können, ob sie die Wahrheit sagt. Hätte ja auch sein können, so der Staatsanwalt, dass sie die Tasche günstig im Urlaub gekauft habe und dann in betrügerischer Absicht online angeboten habe. „Warum wollten Sie die Tasche denn jetzt verkaufen?“ Da muss man(n) Verständnis für Frau haben: „Weil ich sie Leid war.“ Nachdem sie die Tasche eine Weile getragen hatte, wollte sie ein neues Modell. „Ich war selbst entsetzt, als ich erfuhr, dass ich seit Monaten mit der unechten Tasche herumgelaufen bin.“

Das Verfahren wurde eingestellt mit der Auflage, den Kaufpreis von 215 Euro zu erstatten. Die Tasche bekommt die Angeklagte allerdings nicht zurück. Sie wird als Fälschung eingezogen.