Abstimmung lief schleppend an
17.01.2012 | 16:32 Uhr 2012-01-17T16:32:00+0100
Speelberg. Eltern in Speelberg haben seit gestern die Wahl: Bekenntnis- oder doch lieber Gemeinschaftsschule?
Die Kinder auf dem Schulhof beachten das orangefarbene Schild auf der Tür kaum, das den Weg zum Wahlraum weist. Lieber tollen sie in der Pause herum. Es ist zu bezweifeln, ob sie schon ermessen können, über was ihre Eltern da seit gestern abstimmen können: Ob die Liebfrauenschule eine katholische Bekenntnisschule bleibt oder in eine Gemeinschafts-Grundschule umgewandelt wird.
187 Ja-Stimmen sind erforderlich
Um den Titel zu ändern, sind 187 Ja-Stimmen erforderlich, zwei Drittel der 280-köpfigen Schülerschaft. Gestern, zum Auftakt des Wahlmarathons, lagen erst 41 Stimmen in der Wahlurne, und es müßig zu spekulieren, wie die Eltern votiert haben. Die Eltern können für jedes ihrer Kinder eine Stimme abgeben.
„Die ersten Eltern waren schon kurz vor Öffnung des Wahllokals um acht Uhr da“, berichtet Christel Gerritsen, die Schulsekretärin, die für drei Tage nun auch noch als halboffizieller Wahlvorstand fungiert. Soweit nicht schon bekannt, müssen sich die Eltern bei ihr ausweisen, der Name wird in der Liste abgehakt, dann händigt Gerritsen Umschlag und Wahlzettel aus. Im kleinen Flur des Verwaltungstrakts im ersten Obergeschoss hat die Stadt eine kleine Wahlkabine auf einen Tisch gestellt. Die Stimme muss anschließend in die Wahlurne geworfen werden, die im Schulsekretariat steht, also wieder bei Christel Gerritsen, die neben ihren sonstigen Aufgaben auch das Wahlgeschehen stets im Blick hat.
Das gilt auch für Konrektorin Judith Flegel, sofern sie nicht gerade unterrichtet. Sie war über die Resonanz am ersten Wahltag doch ein wenig enttäuscht: „Es herrschte nicht ein so massiver Andrang wie ich mir das gewünscht hätte“, sagte sie. Sie hätte gerne eine aktive Elternschaft und dass es heute und morgen noch deutlich mehr werden, die ihre Meinung per Stimmzettel kundtun. „Ich wünsche mir eine große Elternbeteiligung. Nichterscheinen gilt als Neinstimme.“ Ihr sei eine aktive Teilnahme auch aus dem Grund lieber, damit man für die Zukunft wisse, was die Eltern dächten. Denn auch bei einem Scheitern des Quorums käme die Frage sicher irgendwann wieder auf den Tisch.
Die Eltern können noch zu folgenden Zeiten in der Liebfrauenschule ihre Stimme pro oder contra Umwandlung in eine Gemeinschafts-Grundschule abgeben: heute von 8 bis 12.30 Uhr und am morgigen Donnerstag von 8 bis 12.30 Uhr und von 14 bis 16 Uhr. Das Schulamt stellt dann das vorläufige Wahlergebnis fest, das dann noch von der Bezirksregierung in Düsseldorf geprüft und offiziell festgestellt wird.
Die Abstimmung war möglich geworden, weil 60 Eltern-Anträge dem Schulamt übergeben werden konnten; mindestens 56 waren erforderlich. Nun aber liegt die Messlatte deutlich höher.
0mitdiskutieren