7500 Euro ergaunert und abgehauen

Emmerich..  Er hat ihr Vertrauen gnadenlos ausgenutzt – und dafür nun auch eine saftige Quittung erhalten. Weil er rund 7500 Euro aus der Kneipe seiner Ex-Freundin erbeutet hat und danach abgehauen ist, wurde ein 42-Jähriger aus Seckach in Baden-Württemberg gestern zu einer Freiheitsstrafe von elf Monaten verurteilt. Dieser bestritt bis zuletzt die Tat und will sich nun einen Anwalt nehmen, um das Urteil von Dr. Christiane Schmitz anzufechten.

Gerade einmal ein paar Wochen waren die Emmericherin (42) und der 42-Jährige zusammen, als er zu ihr in die Hansestadt kam. Hier lebte der Tätowierer bei ihr. „Damit auch er einen Beitrag leistet, hat er in meiner Gaststätte ausgeholfen“, erklärte die Geschädigte vor Gericht. Vom 14. auf den 15. August vergangenen Jahres ließ sie ihn dann allein in ihrer Kneipe, um ihrem Nebenjob nachzugehen. Man schrieb sich nebenher Nachrichten aufs Handy. Oder besser: Die beiden stritten via Textnachrichten. Irgendwann hörte sie nichts mehr von ihm. Als sie am Morgen an ihrer Gaststätte vorbeischaute, waren ein Tresor mit Geld aus den Sparkästen, die Kasse und drei Spielautomaten leergeräumt. Und ihr roter Koffer und alle Sachen des Angeklagten aus ihrer Wohnung verschwunden.

Sie rief die Polizei – die dann auch gleich die Spuren sicherte. Und die Aufnahmen der Überwachungskamera sichtete. Darauf eindeutig zu sehen: Gegen 23.45 Uhr verhüllte der Angeklagte die Kameras. Dank neuester Technik ließ sich nachverfolgen, dass die Automaten um 0.10 und 0.11 Uhr geöffnet wurden. Um 0.30 Uhr traf sich der Angeklagte mit dem Sohn der Geschädigten an deren Wohnung. Als dieser gegen 1.30 Uhr ins Bett ging – muss er sich wohl wieder zur Gaststätte aufgemacht haben. Zumindest wurde hier um 3.20 Uhr der dritte Spielautomat geöffnet. Und wie ein Taxifahrer aussagte, holte er den Mann – samt rotem Koffer – gegen 3.30 Uhr an der Gaststätte ab, um ihn dann zum Bahnhof zu bringen.

Richterin und Staatsanwaltschaft waren sich einig. Die zeitliche Abfolge passte perfekt. Zudem ist der 42-Jährige einschlägig vorbestraft. 17 Einträge hat er im Strafregister, sieben davon wegen Diebstahls. Er wurde zu einer elfmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt.