Zweite Seiteneinsteigerklasse geplant

Gibt es denn auch Schüler, die vom Gymnasium kommen, weil sie es dort nicht geschafft haben?

Fuchs: Das kommt regelmäßig vor. Neulich hatten wir aber wieder einen Kandidaten, der vom Gymnasium kam und sich bei uns so gut entwickelte, dass er die Qualifikation geschafft hat und danach wieder aufs Gymnasium wechselte. Wenn wir sehen, dass einer unserer Schüler Potenzial hat, sprechen wir mit den Eltern auch darüber. Wir leben die Durchlässigkeit des Schulsystems in beide Richtungen.

Schüren: Ein Schulwechsel, weil die Ziele der gewählten Schulform nicht erreicht werden, ist in der Regel ein schwieriger Prozess, der von der abgebenden und der aufnehmenden Schule sowie den Eltern gut begleitet werden muss, damit er den Kindern gelingt

Die Stadt hat eine Zusage gegeben, dass Sie in diesem Jahr noch Eingangsklassen bilden können – gleichzeitig hat sich eine Elterninitiative gegründet, die für den Erhalt der Realschule kämpft. Ist die Realschule ein Auslaufmodell?

Schüren: Wir haben zurzeit über 650 Schüler, die gerade in der Erprobungsstufe auch mit städtischen Mittel eine umfangreiche Sprachförderung erhalten. Von 106 Abgängern im vergangenen Jahr hat mehr als die Hälfte die Qualifikation für den Besuch der Oberstufe erreicht. Wir bekommen von den Gymnasien und den Berufskollegs die Rückmeldung, dass unsere Absolventen sehr gut mithalten können. Eine wichtige Rolle spielt die Schulform Realschule auch bei der Beschulung der zugewanderten Kinder ohne Deutschkenntnisse. Wir werden jetzt eine zweite dieser „Seiteneinsteigerklassen“ einrichten und mit unserer langjährigen Erfahrung zu der Integration dieser Kinder beitragen.