"Zweit-Duisburger" sollen künftig für Wohnung Steuer zahlen

Personen mit Zweitwohnsitz in Duisburg sollen ab 1. Juli Zweitwohnungssteuern zahlen. Knapp 12 000 sind gemeldet, aber nur einige 100 werden steuerpflichtig sein.
Personen mit Zweitwohnsitz in Duisburg sollen ab 1. Juli Zweitwohnungssteuern zahlen. Knapp 12 000 sind gemeldet, aber nur einige 100 werden steuerpflichtig sein.
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Was wir bereits wissen
Die Stadt Duisburg schreibt jetzt knapp 12.000 Menschen an, die hier ihren Zweitwohnsitz haben. Sie sollen ab 1. Juli Zweitwohnungssteuer zahlen.

Duisburg.. Knapp 12.000 in Duisburg gemeldete Personen mit einem Zweitwohnsitz bekommen jetzt Post von der Stadt. Die Nachricht aus dem Steueramt wird sie nicht freuen: Sie sollen Zweitwohnungssteuer zahlen, die der Rat im April mit Gültigkeit 1. Juli beschlossen hatte. Zwölf Prozent der Netto-Kaltmiete will die Stadt – wie viele andere Kommunen auch – erheben. Laut Rechenbeispiel der Kämmerei für eine 50-Quadratmeter-Wohnung mit Durchschnittsmiete wären das gut 30 Euro im Monat.

Stadt Duisburg rechnet letztlich nur mit wenigen Steuerpflichtigen

Der Aufwand für die Steuererhebung ist zunächst enorm. Steueramtsleiter Edmund Goer weiß jetzt schon, dass einige tausend Briefe als Rückläufer zurückkommen, weil die Adressen nicht stimmen werden.

Viele werden außerdem nicht direkt reagieren und nicht wie gefordert innerhalb eines Monats eine vollständig ausgefüllte Steuererklärung abgeben. Ohnehin rechnet die Stadt nur mit einigen 100 letztlich Steuerpflichtigen. Ehepartner, die beruflich eine Zweitwohnung haben, fallen ebenso durchs Steuerraster wie etwa Zweitwohnungen in Pflegeheimen. Auch wer gemeldet im Knast sitzt, muss keine Zweitwohnungsteuer zahlen.

Möglichst viele "Zweit-Duisburger" sollen ihren ersten Wohnsitz hier anmelden

Unterm Strich rechnet Duisburg ab 2016 mit Einnahmen von 260.000 Euro, abzüglich der zunächst allerdings hohen Personalkosten für die Erfassung. Ohnehin, hinter der Zweitsteuer steckt neben der Begründung, dass „Zweit-Duisburger“ sich zumindest teils an den Kosten der genutzten Infrastruktur der Stadt beteiligen sollen, die Hoffnung und Erwartung, dass viele Betroffene ihren Erstwohnsitz hier anmelden. Das würde pro Neubürger rechnerisch rund 800 Euro zusätzlich beim Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer sowie bei Landeszuweisungen und Investitionspauschalen bringen.