Zwei Grundschulen akut auf der Kippe
20.09.2010 | 19:55 Uhr 2010-09-20T19:55:00+0200
Duisburg. Politiker von SPD, Grünen und Linken wenden sich gegen ein schnelles Aus für insgesamt sechs Grundschulen.
Akut auf der Kippe stehen zwei Standorte. Die Rheinhauser Grundschule an der Werthauser Straße soll wohl aufgelöst, die Hochheider Schule am Marktplatz könnte verlegt werden.
Diese Entwicklung zeichnet sich ab. Aber eine Schließung von insgesamt sechs Grundschulen wollen zumindest SPD, Grüne und Linke nicht so mitmachen, wie die Stadtverwaltung vorgeschlagen hat.
„Da haben sich viele überrumpelt gefühlt“, sagt Heiko Blumenthal, schulpolitischer Sprecher der SPD. „Aber wir müssen die Eltern und die Menschen an den Standorten mitnehmen“.
Auseinandersetzungen sind also absehbar. Das Problem „Schülerrückgang“ war zwar lange bekannt. Aber jetzt geht’s ans Eingemachte. Die Bildungsholding will sechs von 86 Grundschulen -- Dislichstraße, Koopmannstraße, Schulz-Knaudt-Straße, Werthauser Straße, Wrangelstraße , Marktplatz – zum 1. August 2011 auslaufen lassen.
Die Schulpolitiker der Ratsfraktionen, einschließlich CDU, haben sich aber Bedenkzeit dafür ausbedungen. So werden sie Ende September zu einer Sondersitzung zusammenkommen.
Die Marschrichtung bei SPD und Grünen heißt, „die Voten der Bezirksvertretungen beachten“. Und dort war nur eine Schließung durchgegangen: die an der Werthauser Straße. Bei der Marktplatz-Schule machte sich die Linke für den Erhalt stark, andere stimmten für Verlegung.
Was insbesondere Grüne und SPD vermeiden wollen, ist ein schnelles Aus für die Schulen. Für die SPD präzisiert Blumenthal: „Wir möchten noch eine Anmelderunde abwarten. Wir wissen natürlich, dass uns das nicht vom Grundproblem des Schülerschwunds entbindet. Wir möchten aber jeden Einzelfall prüfen, etwa beim Schulweg. Zudem erwarten wir Anmeldezahl-Veränderungen durch Wiedereinführung der Schulbezirksgrenzen.“
Peter Ibe (CDU): „Die Frage ist doch, was wir mit dem Zuviel an Fläche machen sollen. Da erwarten wir Vorschläge von SPD, Grünen und Linken. Sonst ordnet bei zu geringer Anmeldezahl die Bezirksregierung Schulschließungen an. Ansonsten wollen auch wir noch Fragen klären wie die Schulwegsicherung, bevor wir im einzelnen entscheiden.“

13:22
An Herrn Peter Ibe (CDU): Sie fragen, was man mit dem Zuviel an Fläche machen soll? Nun, zum ersten sollte man eine neue Anmelderunde abwarten und dann prüfen ob es wirklich zuviel Fläche gibt. Gleichzeitig muss man verschärft darauf hinarbeiten, dass die Schulbezirke wieder eingeführt werden. Damit würde sich auch das Problem lösen, elitäre Schulen durch eigene Wahl zu schaffen. Ganz ehrlich: mich kotzt diese Debatte um zu hohe Schülerzahlen von Migranten an. Wir leben alle in der gleichen Stadt, darum haben auch alle Kinder, egal ob schwarz, weiss, gelb oder was weis ich, das gleiche Recht eine vernünftige Grundschule zu besuchen. Zum zweiten: Wenn man denn tatsächlich ein Zuviel an Fläche haben sollte, sollte man auch endlich mal auf innovative Vorschläge der Elternvertretungen (wie an der GGS Dislichschule gemacht) eingehen und sich mit diesen ernsthaft auseinander setzen. Hierdurch würden sogar zusätzliche Mieteinnahmen für die Stadt entstehen. Statt sich zu überlegen, ob man über 34.000 Euro pro Jahr für einen einzurichtenden Schülerspezialverkehr ausgeben will, könnte man dieses Geld gezielt in Umbaumaßnahmen, bzw. Renovierungen stecken, um so unsere Idee des Bildungshauses zu verwirklichen. Das würde der Stadt nach einer Zeit nicht nur Einnahmen bringen, sondern auch das deutlich angeschlagene Image von Duisburg aufwerten.
Man muss die Eltern nur endlich mal ernst nehmen und nicht so tun, als ob alle Dinge für einen Schulerhalt sowieso zwecklos wären.
Im Übrigen sollten alle die, die in der Verantwortung stehen, eine Schule nach außen hin positiv zu vertreten, dieses auch endlich mal mit Herz, Bauch und Verstand verwirklichen.
09:02
Inwiefern jesidischer Unterricht der Integration dient, entzieht sich meiner Kenntnis.
Eine Auflösung der Marktschule ist schlichtweg die Auflösung eines Ghettos. Negativ ist allerdings, dass die Schüler geschlossen zur Kirchschule wechseln sollen. Auch dort ergibt sich dann ein hoher Migrantenanteil, der dazu führen wird, dass die zukünftigen Anmeldezahlen von Nichtmigranten zurückgehen werden.
08:32
Es geht hier nicht um Panikmache. Fakt ist, dass die Marktschule Hochheide 2zügig beginnt. Also soviele Anmeldungen hat, dass 2 (!) Klassen gebildet werden!
Fakt ist, dass die Marktschule ein Förderprogramm (jesidischer Unterricht) hat, das an der Kirchstraße NICHT angeboten wird.
Fakt ist, dass die Marktschule damit ein Alleinstellungsmerkmal für Integration hat. In diesem Einzugsbereich dringend notwendig.
Fakt ist, dass in der BV-Sitzung SPD und GRÜNE f ü r die Schließung waren.
CDU und LINKE haben dagegen gestimmt, die FDP hat sich enthalten, damit war der Schließungsplan angenommen.
Die Folgeschäden dieser Entscheidung, nämlich eine weitere Verschärfung der Problematik in diesem Wohnbereich, werden die Kinder tragen müssen.
Warum dagegen Schulen mit nur 2 Anmeldungen erhalten bleiben sollen, entzieht sich meinem Verständnis; zeigt aber die Willkürlichkeit dieser Vorlage.
13:22
Es macht Sinn, Schulen auslaufen zu lassen.
Was passier, wenn von 4 Lehrern zwei krank werden?
@ #1 Volkesstimme007
Niemand will Kinder in neue Klassen stecken, weder mitten im Schuljahr, noch zum Schuljahresende.
Das steht auch nirgendwo und ist eine Überinterpretation ihrerseits - oder wo haben sie die Gerüchte her?
Bitte keine falsche Panik verbreiten.
07:25
Schämen Sie sich nicht?
Wie kann man Kindern sowas nur antuen?
Mitten im Schuljahr kommt dann ein Kind von seiner Schule auf eine fremde und in eine fremde Klasse!
Super ! Für alle Kinder ! Davon redet hier keiner-soll ja auch niemand anscheinend wissen.Kann man so wie der Artikel geschrieben ist , besser verkaufen ?!
Für eine schliessung wäre ich auch aber nicht unter den Umständen.Leidtragende sind KINDER !
PFUIDEIWEL