Zwei Duisburger beim ESC-Finale in Wien

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Wenn sich am Samstagabend in der Vorhang hebt zum Finale des Eurovision Song Contest, dann sind zwei Neudorfer mittendrin. Schon seit Donnerstag der vergangenen Woche sind Valentín Fernández und Jose Luís Lopez in der österreichischen Hauptstadt. Fernández berichtet für die Webseite der Ogae-Spain, den 800 Mitglieder starken spanischen Fanclub. Das Portal versorgt die spanischsprachige Fangemeinde in aller Welt mit Informationen rund um den Wettbewerb.

Der Fanclub-Dachverband „Organisaton gènèrale des Amateurs de l’Eurovision“ (Ogae) vernetzt die weltweite Anhängerschaft. „Fast jedes Land hat einen Fanclub, auch jene, die gar nicht mehr mitmachen“, erklärt Fernández, der in Düsseldorf aufwuchs, lange in Spanien lebte und vor drei Jahren gemeinsam mit López nach Duisburg übersiedelte. Vierzig Clubs gibt’s weltweit, mit dem Eurovision Club Germany (München) und Ogae-Germany (Düsseldorf) zwei deutsche. „Durch Facebook und die Webseiten geht’s seit sieben Jahren steil aufwärts“, sagt Fernández. Alljährlich organisieren die Clubs Feiern, bei denen ehemalige Eurovision-Interpreten auftreten. „Viele freuen sich, dass sie eingeladen werden und treten zumeist kostenlos auf.“

Valentín Fernandez ist Fan seit Kindesbeinen. Mit dem Finale 1973 mit Gitte für Deutschland und den spanischen „Mocedades“ fing es an, „Abba 1974 war der große Einstieg, danach hab’ ich kein Finale mehr verpasst.“ Seit er 2004 zum ersten Mal live in Istanbul dabei war und dort den Vorsitzenden des spanischen Clubs kennenlernte, betreut er die Webseite der Iberer.

Tausende von Zugriffen täglich verzeichnet das spanische Portal in diesen Tagen. „Auch in Südamerika gibt es viele Fans“, weiß der Neudorfer. Längst habe der Contest weltweite Strahlkraft – Beleg ist die erstmalige Teilnahme von Australien in diesem Jahr.

Entsprechend groß ist die Nachfrage nach Karten. Die Kontingente für die Fanclub reichen bei weitem nicht. „Wir mussten losen“, so Fernández.

Wer leer ausgeht, dem bleibt der Besuch der Halfinals und der heutigen Generalprobe – und ein proppenvolles Programm in der Woche zuvor. Mit Partys der Teilnehmerländer und Proben der Interpreten. Die beiden Duisburger waren am Dienstag beim Empfang der deutschen Botschaft für Ann-Sophie und die Lokalmatadoren „The Makemakers“. Pflicht ist der Besuch bei den Israelis. „Die begehrteste Party, die geben sich richtig viel Mühe“, lobt Fernández.

Die Ogae-Österreich schmeißt die Party für die Fanclubs – mit aktuellen Interpreten und Siegern der Vorjahre. Ein wenig Trauer schwang dabei mit. Udo Jürgens, der da singen sollte, erlebt das Finale nicht mehr. Dreimal sang er bei der Eurovision für Österreich, ehe er 1968 siegte: Mercí Cheri.