Zu viele kaputte Bahnen - Chaos auf Linie 903 in Duisburg

Auf einem Streckenabschnitt der Linie 903 fahren derzeit keine Bahnen.
Auf einem Streckenabschnitt der Linie 903 fahren derzeit keine Bahnen.
Foto: Fabian Strauch
Was wir bereits wissen
Weil Busse statt Bahnen auf einem Streckenabschnitt fahren, kommt es auf der Linie 903 zu Verspätungen, Fahrgäste bleiben an Haltestellen zurück.

Duisburg.. Von chaotischen Zuständen auf der Linie 903 berichtet Leser Hermann-Josef Hassel. Seit dem vergangenen Montag fahren im Streckenabschnitt zwischen den Haltestellen Mannesmann Tor 2 in Hüttenheim und Rheintörchen/Fischerstraße in Wanheimerort Busse statt Bahnen – und seitdem kommt es laut Hassel zu massiven Störungen im Betriebsablauf.

Der nach eigener Aussage langjährige DVG-Kunde berichtet von erheblichen Verspätungen und völlig überfüllten Bussen. Einige Fahrgäste seien dadurch an einigen Haltestellen einfach stehen gelassen worden. Das Umsteigen funktioniere zudem oftmals überhaupt nicht. Hassel fragt sich, warum ein Busfahrer nicht per Lautsprecher über die Möglichkeiten zur Weiterfahrt informieren und ein Straßenbahnfahrer nicht warten kann, wenn ein Bus Verspätung hat.

Nahverkehr Stattdessen stürmten Fahrgäste hektisch über die Straßen, um ihren Anschluss nicht zu verpassen. Gefährliche Szenen spielten sich da ab, inklusive quietschender Auto- und Lkw-Reifen. Und wenn sich dann zu allem Überfluss auch eine Bustür, wie Hassel am Mittwoch an der Haltestelle Fischerstraße beobachtet hat, plötzlich nicht mehr öffnen lässt, sei das Chaos perfekt.

Der DVG-Kunde spricht insgesamt von völlig unzumutbaren und für eine Großstadt beschämenden Zuständen. Er fragt: „Wie stellt sich die DVG eigentlich den Ablauf zukünftig vor? Kommt jetzt jeden Tag so ein Chaos? Oder sollte man besser doch aufs Auto umsteigen?“

DVG entschuldigt sich: "Zu viele kaputte Straßenbahnen"

DVG-Sprecherin Anamaria Preuss redet auf Anfrage Klartext. „Das, was die Leute dort derzeit an Unannehmlichkeiten erleben, ist eine Zumutung, für die wir uns nur entschuldigen können.“ Grund für das Chaos sind zu viele kaputte Straßenbahnen, die derzeit repariert werden müssen. „Wir haben 45 Bahnen, 38 brauchen wir für den regulären Betrieb. Zurzeit sind durch unser Sanierungsprogramm allerdings deutlich weniger im Einsatz“, so Preuss. „Da sind uns derzeit leider die Hände gebunden.“

Ein Bus könne eben weniger Fahrgäste befördern und brauche sowieso schon länger als eine Bahn, stehe zudem auch mal im Stau, was fast zwangsläufig zu Verspätungen führe. Die Fahrer seien angehalten, auf die Fahrgäste, die deshalb ihren Anschluss nicht verpassen wollen, zu warten. Das sei, so Preuss, aber immer auch eine Gratwanderung.

Die Kritik an fehlenden Lautsprecherdurchsagen zu Möglichkeiten der Weiterfahrt kann die Sprecherin hinsichtlich der DVG-Busse nicht nachvollziehen. Allerdings seien derzeit auch Busse von privaten Unternehmen im Einsatz. Und in der Tat gebe es nicht bei allen solche Durchsagen.

Bei allem berechtigten Ärger bittet die DVG-Sprecherin auch um Verständnis: „Wir bringen derzeit wirklich alles das, was wir können auf die Straße.“