Zu Ostern ist es in der Großbäckerei alles andere als ruhig

Die Bäckerei und Konditorei Bolten hat seit zwei Wochen fürs Osterfest gearbeitet.
Die Bäckerei und Konditorei Bolten hat seit zwei Wochen fürs Osterfest gearbeitet.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Seit gut zwei Wochen arbeiten die 55 Angestellten der Bolten-Backstube auf Ostern hin. Mehr als eine Tonne Backwaren liefern sie zusätzlich aus.

Duisburg.. Behutsam gießt Bäcker Jan Kuntze den flüssigen Teig in eine Lammform aus Metall. Ein paar Schritte weiter bietet sich ein ähnliches Bild: Weitere Mitarbeiter der Bäckerei Bolten in Großenbaum befüllen Hasenformen mit der fein duftenden Masse aus Ei, Milch und Öl. Seit gut zwei Wochen arbeiten die 55 Angestellten in der rund 3000 Quadratmeter großen Backstube auf das Osterfest hin.

Mehr als eine Tonne Backwaren liefern sie zusätzlich an die Filialen in Duisburg und Umgebung. Alles dreht sich ums Fest: Es gibt Hasenohren auf Muffins, Lämmer aus Schokolade und Osternester aus Kuchen mit Eiern bestückt. Auch entsprechend gestaltete Torten sind in Arbeit. Schon optisch ist das alles ein Hochgenuss.

Wer in der Halle unterwegs ist, der muss sich gut im Griff haben. Überall gibt’s etwas zum Naschen. Da ist die Versuchung groß. Berufsrisiko sozusagen. „Natürlich werden die Backwaren auch abgeschmeckt. Das kann schon mal auf die Figur gehen“, sagt Produktionsleiter Thomas Wichert und lacht. Meistens ist jedoch keine Zeit, sich in eine stille Ecke zu verkrümeln und zuzuschlagen – gerade jetzt ist das unmöglich: „Ostern brummt der Laden doch noch ein wenig mehr“, sagt Bäcker Jan Kuntze. Die Produktion läuft in der Nacht. Um 1 Uhr geht es los. Im Rohstofflager sortieren die Bäcker zunächst die Zutaten, die sie dann in die Produktionsabteilung bringen.

Oster-Lämmer und Hasen aus Teig

Dort steht das große Mischen und Rühren an. Ins Schwitzen geraten die Bäcker nicht. „Maschinen übernehmen die Arbeit, aber wir kontrollieren, ob alles funktioniert und checken, ob die Qualität stimmt“, sagt Wichert. Es zischt und bollert. Leise sind die Maschinen nicht – aber schnell. In Windeseile sind Dutzende Kilo zusammengerührt. Jeder Teig muss eine bestimmte Konsistenz vorweisen, dann geht’s zur nächsten Station, wo Teilchen in Formen gegossen oder von Hand modelliert werden.

An den Öfen ist es mollig warm, während draußen der Wind pfeift und es langsam hell wird. „Die Oster-Lämmer und die Häschen kommen für 45 Minuten bei 180 Grad in den Ofen, bis sie goldbraun sind“, verrät Wichert, der seit 25 Jahren in der Backstube tätig ist. Für normales Brot muss an den Reglern gedreht werden: Rund 300 Grad sind nötig, bei Brötchen 230 Grad.

Danach steht das Feintuning an: Wenn die Backwaren kühl sind, tragen die Mitarbeiter verschiedenste Glasuren auf und es geht ab auf die Reise. Am anderen Ende der großen Halle warten früh morgens die Lieferwagen vor großen Türen. Sie bringen die Hasen und Lämmer zu den Schleckermäulern.