Zu Gast bei "Speisen für Waisen" in Duisburg

Speisen für Waisen: Zu  einem internationalen Abendessen versammelten sich Freunde und Nachbarn bei Familie Just.
Speisen für Waisen: Zu einem internationalen Abendessen versammelten sich Freunde und Nachbarn bei Familie Just.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Bei der Aktion "Speisen für Waisen" wird für Kinder in Gaza gesammelt. Dabei kommen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Konfession ins Gespräch.

Duisburg.. In der Wohnung von Ingrid Just riecht es nach den feinsten Köstlichkeiten. Der große ovale Esstisch in der Mitte des Raumes ist schon eingedeckt. „Ich freue mich sehr auf meine Gäste“, sagt Ingrid Just, die gleich Nuss-Käse-Plätzchen mit Currysauce und einem gemischten Salat sowie eine Karotteningwer-Suppe reichen wird.

Auf dem Tisch stehen zur Dekoration noch zwei Teelichter mit der Aufschrift „Speisen für Waisen“. Es ist also kein normales Treffen mit Freunden, das Ingrid Just da heute organisiert. „Wir treffen uns hier zur gemütlichen Runde und verbinden das auch direkt mit dem guten Zweck. Bevor meine Gäste wieder gehen, müssen sie in meine kleine Blechdose eine Spende abgeben, die den Kindern in Gaza zugutekommt“, weiß Ingrid Just. „Speisen für Waisen“ ist eine Aktion, die der Verein Islamic Relief ins Leben gerufen hat. Dabei werden im Namen der Hilfsorganisation Spenden für Menschen gesammelt, die in großer Armut leben.

Unabhängig von Herkunft und Glauben

Bei diesen Essen für den guten Zweck soll es aber auch darum gehen, Menschen, unabhängig von Herkunft und Glauben, zusammen zubringen, sich auszutauschen und kennenzulernen. „Das ist ein schöner Gedanke, weil es gerade in der jetzigen Zeit ein Zeichen ist, wenn Christen und Muslime gemeinsam an einem Tisch sitzen“, findet Just.

Mittlerweile sind auch die ersten Gäste eingetroffen. Freunde, Nachbarn und Bekannte sind gekommen. So auch die Familie Yaman, die Ingrid Just auf einer Urlaubsreise in die Türkei kennengelernt hat. „Wir sind dieser Einladung natürlich sehr gerne gefolgt, da es hier auch um die gute Sache geht“, berichtet Seref Yaman. Er selber ist in der Türkei aufgewachsen und in jungen Jahren nach Deutschland gekommen.

„Das Geld ist für die Kinder in Gaza“

Er weiß, wie es ist, wenn man kaum etwas besitzt und in einem fremden Land neu anfangen muss. „Die Kinder, die im Gazastreifen leben oder von dort flüchten, haben weniger als nichts. Eigentlich müssen wir noch mehr in diese Richtung tun, diese Spende ist wenigstens ein kleiner Teil, ein Anfang“, so Yaman. Auch sein kleiner Sohn Mete (10) möchte etwas spenden. Er hat extra sein kleines Taschengeld gespart, um immerhin ein paar Euro in die Blechbüchse zu legen. Auf die Frage, für wen denn das Geld sei, antwortet der Zehnjährige ganz sicher: „Das Geld ist für die Kinder in Gaza“, was allen Anwesenden ein heiteres Lachen entlockt.

Dann bittet Ingrid Just ihre Gäste an den Tisch. Beim Essen kommt immer wieder der eigentliche Anlass für das Treffen zur Sprache. „Durch die Spenden bekommen die Kinder dort ja nicht nur etwas zu essen, sondern werden auch mit allen anderen Hilfsmitteln, wie Kleidung versorgt“, weiß Sengül Yaman. „Man kann sich doch gar nicht in die Situation der Kinder hineinversetzen“, wirft Veronica Fischer in die Runde, „was die alles miterleben müssen, was für ein Trauma die Kinder davon tragen“. „Das muss unvorstellbar sein“, vermutet Gastgeberin Ingrid Just.