Zu Gast bei Rosi und Willi

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Die Zahl an privat vermieteten Ferienwohnungen nimmt in Duisburg zu. Gäste sind zumeist Menschen, die der Arbeit wegen in der Stadt weilen. Thomas Kolaric von der Dehoga sieht in dem wachsenden Angebot eine Konkurrenz für die Hotelbetriebe.

Als Monteur war Willi Barbe jahrelang in der gesamten Bundesrepublik unterwegs. Was er dort an Unterkünften vorfand, lässt ihn heute noch mit dem Kopf schütteln. Er wollte es selber besser machen, deshalb begann er vor 18 Jahren gemeinsam mit seiner Frau Rosi die Wohnungen in ihrem Mehrfamilienhaus an der Andreas-Hofer-Straße in Beeck als Appartements zu vermieten. „Wenn jemand ausgezogen ist, haben wir die Wohnung renoviert und annonciert“, erzählt Rosi Barbe. Mittlerweile bieten die Barbes sechs Appartements an. Die Wohnungen sind mit einer Einbauküche, Esstisch und Fernseher ausgestattet. Das Interieur ist gepflegt, die Wände sind bunt bemalt. „Jeder soll sich hier wohl fühlen“, sagt die Vermieterin.

Bei den Gästen handelt es sich häufig um Monteure. Sie kommen aus Deutschland, Tschechien, Portugal und sogar aus Indien, um in Duisburg und Umgebung zu arbeiten. „In letzter Zeit waren das vor allem Straßenbauer“, verrät Barbe. Die Miete (Preis für ein Einzelzimmer 35 Euro) zahlt in fast allen Fällen der Arbeitgeber. Das Highlight im Barbe-Haus ist der Garten samt Grill,. „Da ist im Sommer einiges los“, berichtet die Hausherrin, für die jeden Donnerstag ein Großkampftag ansteht. „Dann verlassen uns die Monteure. Über das Wochenende kommen dann Gäste, die Familienbesuche machen oder hier auf Feiern eingeladen sind“, erklärt die Beeckerin. Am Wechseltag werden alle Appartements gereinigt und die Bettwäsche gewechselt.

Im Internet oder in Reiseführern wird mittlerweile intensiv für die Privatunterkünfte geworben. Die Angebote im Süden preisen dabei ihre Nähe zur Düsseldorfer Messe. Die Wohnungen in der Mitte, im Norden und im Westen sind häufig als Monteurwohnungen ausgezeichnet. Alle Offerten betonen die gute Verkehrsanbindung im Ballungsraum Ruhrgebiet.

Thomas Kolaric, Geschäftsführer der Dehoga Nordrhein, sieht das wachsende Angebot kritisch. „Man muss sich fragen, welche Qualitätsprüfung es als Absicherung für den Gast gibt“, führt er Bedenken an. Eine Konkurrenz für die Hotelerie stellen die Unterkünfte für Kolaric aber allemal dar. „Die Zahlen von Berlin oder Köln sind zwar noch nicht erreicht, trotzdem sehe ich hier ein Segment, das wächst“, sagt der Experte. „Die Hotels müssen mit ihren ureigenen Stärken wie Verlässlichkeit und Service dagegenhalten“.