Zu Besuch in der Welt von Ronja Räubertochter

Auch der Bühnenboden muss natürlich zur Geschichte passen.
Auch der Bühnenboden muss natürlich zur Geschichte passen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Für die Familienoper „Ronja Räubertochter“ entsteht derzeit das Bühnenbild. An Burg, Bäumen und dem Boden wird in Wanheimerort gearbeitet.

Duisburg.. „In der Nacht, als Ronja geboren wurde, rollte der Donner über die Berge. Ja, es war eine Gewitternacht, dass sich selbst alle Unholde, die im Mattiswald hausten, erschrocken verkrochen...“ Ronja, die Tochter des Räuberhauptmanns Mattis, wächst im Wald auf. Der entsteht gerade in Wanheimerort – für die Uraufführung der Oper „Ronja Räubertochter“ am 26. Februar um 11 Uhr im Theater am König-Heinrich-Platz.

Schon vor einem Jahr hat sich Ausstatterin Tatjana Ivschina Gedanken darüber gemacht, wie der Kinderbuchklassiker von Astrid Lindgren auf die Bühne gebracht werden kann. „Wie erlebt man Wald, wie fühlt sich Wald an?“, hat sie sich gefragt. Ihre Antwort: „Er ist schön, macht aber auch Angst“, zumal es im Mattiswald ja auch „Unholde“ gibt. Doch bevor Ronja in den Wald darf, lebt sie mit ihrem Vater, ihrer Mutter und der rauen Räubersippe wie eine Gefangene in der Burg. In der düsteren Bühnenburg werden Leser in den grafischen Elementen der Bemalung die Buch-Illustrationen wieder erkennen. Die Räuber hausen wie Bienen in Waben.

Bühnenbild war eine besondere Herausforderung

Ronja und Birk stammen aus verfeindeten Sippen, doch als sie sich treffen, werden sie nach und nach Freunde. Als die Eltern das verbieten, fliehen sie in die Wälder. Die Bäume auf der Bühne werden voller Überraschungen stecken. Sie müssen auch alle vier Jahreszeiten „durchleben“, und am Ende schneit es sogar. Diese Bäume bestehen aus geschweißten Stahlgerüsten, die mit Kunststoff überzogen und bemalt worden sind. Ihre Kronen können für die jeweiligen Jahreszeiten ausgewechselt werden.

Für die Technik war das Bühnenbild diesmal eine besondere Herausforderung, weil es in vier Opernhäuser passen muss, wie Produktionsleiter Jan Hugenroth sagt. Die Bühnen in Düsseldorf und Duisburg sind fast gleich, aber für die Opernhäuser in Dortmund und Bonn mussten andere Maße berücksichtigt werden. Bevor alle Teile in den Bau gehen, werden sie komplett in 3D am Computer gezeichnet. Die Herstellung im Produktionszentrum der Rheinoper in Wanheimerort dauert etwa sechs Wochen. „Das ist schon sportlich“, sagt Hugenroth, zumal parallel an drei bis vier Produktionen gearbeitet wird.

„Wir wollen den märchenhaften Stoff dort belassen, wo er ist“, sagt Regisseur Johannes Schmid. „Ich glaube, da haben wir pfiffige Lösungen gefunden.“ Die Inszenierung einer Uraufführung sei einerseits entlastend, sagt er. „Man ist erstmal total frei, hat nicht den Ballast der ganzen Aufführungsgeschichte. Andererseits ist es eine total aufregende Reise, weil man das Werk erst spät hört. Das ist ein Sprung ins kalte Wasser.“