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Welpenhandel

Zoo Zajac verkaufte im ersten Jahr 400 statt 1000 Hundewelpen

16.01.2013 | 01:00 Uhr
Dackelwelpen in der Quarantänestation der Tierhandlung Zoo Zajac. Das Geschäft hat im ersten Jahr 400 statt der avisierten 1000 Welpen verkauft.Foto: Matthias Graben / WAZ Fotopool

Duisburg.  Als die XXL-Tierhandlung Zoo Zajac am 20. Januar 2012 unter heftigen Protesten von Tierschützern ihren ersten Welpen verkaufte, kündigte Geschäftsführer Norbert Zajac an, 1000 Hunde jährlich verkaufen zu wollen. Warum daraus nicht mal 400 wurden und wie es später einmal sogar 2000 werden sollen.

Dass sich Norbert Zajac was traut, das würden wohl selbst all die vielen hundert Tierschützer unterschreiben, die in den vergangenen Jahren gegen die Mega-Tierhandlung des Geschäftsmannes protestiert haben. Anfang 2012 belagerten Aktivisten Zoo Zajac in Neumühl dauerhaft, weil der Tierhändler eines der größten Tabus im deutschen Zoofachhandel brach: Am 13. Januar nahm sein Geschäft die ersten Hundewelpen unter Quarantäne .

Eine Woche darauf ging der erste Hund über die Ladentheke und Norbert Zajac kündigte an, fortan 1000 Hunde jährlich verkaufen zu wollen. Heute, ein Jahr später, steht fest: Zajacs Geschäftsplan ist "vorerst", wie er betont, nicht aufgegangen: Im ersten Jahr hat die Zoohandlung nach eigenen Angaben weniger als 400 Welpen verkauft.

Norbert Zajac ist trotz der Verkaufszahlen optimistisch, dass sich sein Welpenhandel in Zukunft bezahlt macht. Foto: WAZ FotoPool

Zu wenige Mischlinge, zu viele  Zuchtfehler

Zwischen Januar und Juli wechselten am Konrad-Adenauer-Ring noch 230 Welpen den Besitzer, seither nicht mal mehr 170. Eine Erklärung hat Norbert Zajac dafür auch: Die Nachfrage sei zwar groß, "in unseren Verkaufsboxen tummeln sich aber fast immer nur zwei Welpen". Zu Schaffen mache ihm stattdessen der Markt: Zum einen habe er zu wenige Lieferanten.

Jede Woche sei er auf der Suche nach neuen Geschäftspartnern 500 bis 1000 Kilometer unterwegs. Nur die Hälfte der besuchten Züchter sei seriös, von den ihrerseits angebotenen Tieren müsse er wiederum die Hälfte abweisen: "Diese Welpen haben trübe Augen, Knickschwänze, Nabelbrüche, schiefe Zähne oder ein über- beziehungsweise unterständiges Maul. Das ist nicht der Standard, den wir verkaufen."

Großveranstaltung
16.000 Besucher auf der 8. Angelmesse

Zwischen Freitag und Sonntag (13. Januar) besuchten 16.000 Petri-Jünger die Veranstaltung in der Kraftzentrale, 500 weniger als im Vorjahr. Am Messe-Samstag und -Sonntag seien jedoch so viele Besucher zu Gast in der Kraftzentrale gewesen. Für mehr Menschen sei diese ohnehin nicht ausgelegt. Die Verkaufsstände waren erneut alle ausgebucht,"und die Händler waren ganz zufrieden mit ihrem Geschäft". Der Termin für die 9. Anglermesse steht schon fest: Sie lockt vom 10. bis 12. Januar 2014 in den Duisburger Norden.

Zum anderem gesteht der 58-Jährige, sich vor der Markteinführung in einem Punkt verschätzt zu haben: "Ich dachte, wir bekommen viel mehr Welpen aus Familienzuchten, also Tiere aus Zufallswürfen von Privatleuten." Schließlich habe er ursprünglich vor allem Mischlinge für um die 500 Euro verkaufen wollen. Tatsächlich konnte er fast nur Rassehunde und Edelmischlinge anbieten. Durchschnittspreis: 900 Euro.

Trotz des unerwartet niedrigen Absatzes ist Zajac optimistisch, sein Ziel von 1000 verkauften Welpen pro Jahr vielleicht 2014 erreichen zu können. Langfristig rechne er "sogar mit einem Bedarf von bis zu 2000 Hunden jährlich. Dafür benötigen wir aber erstmal mehr Züchter. Daran arbeiten wir."

Zu Beginn des Welpenverkaufs, als bis zu 200 Demonstranten der „Initiative gegen Welpendiscount“ vor seinem Geschäft auf die Barrikaden gingen, so der "Unternehmer des Jahres 2010", hätten die Proteste viele Kunden abgeschreckt . Interessierte Züchter hätten vor Geschäftsterminen schon mal darum gebeten, sein bei den Protestgruppen bekanntes Auto nicht bei ihnen vor der Tür zu parken. Den Absatz habe der Protest Zajacs Einschätzung jedoch nur anfangs gebremst.

Welpen bei Zoo Zajac

Noch kein Zoofachgeschäft hat es Zoo Zajac nachgemacht

Von den knapp 400 verkauften Hunden habe er nur "drei, vier" zurückgenommen , versichert Norbert Zajac. Und muss schmunzeln. Eine Käuferin habe einen Welpen mitgenommen, obwohl ihr Mann damit von vornherein nicht einverstanden war, wie sie später zurück im Tiergeschäft den Verkäufern und Veterinärinnen gestand. Ihr Partner habe sie deswegen verlassen, sie alleine aber können sich den Hund nicht leisten. Eine andere Kundin brachte ihren Labradoodle zurück, weil sie allergisch auf diesen reagierte. Das Herrchen eines Jack Russel Terriers konnte sich nach einem Arbeitsunfall nicht mehr um diesen kümmern.

Wissenwertes über Zoo Zajac

Die vielen Nachahmer, die Tierschützer befürchteten, gibt es übrigens nicht: Deutschlandweit sei nicht ein einziges Zoofachgeschäft in den Hundeverkauf eingestiegen. "Die waren zwar alle hier, um sich das anzuschauen", berichtet Norbert Zajac nicht ohne Stolz, "auch die ganz Großen der Ketten 'Fressnapf' und 'Kölle Zoo'." Allerdings habe sie alle der heftige Protest der Tierschützer und Zuchtverbände sowie die hohe Anfangsinvestition abgeschreckt.

800.000 Euro hatte Zoo Zajac nach eigenen Angaben in die 600 Quadratmeter große Anlage mit Desinfektionsecken für Menschen und Fußbodenheizung für Tiere gesteckt. Mit dem Geschäftsjahr 2012, sagte Geschäftsführer Zajac, sei er zufrieden, obwohl er seinen Umsatz nur um etwa ein Prozent habe steigern können.

 

Philipp Wahl

Kommentare
17.01.2013
19:52
Zoo Zajac verkaufte im ersten Jahr 400 statt 1000 Hundewelpen
von Schorlemme | #35

In Deutschland leben sehr viele Hunde legal teilweise in Zwingern, alleine in Gartenlauben, oder sogar verbotener Weise Zb. auf Bauernhöfen an der...
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2013-01-16 01:00
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