Zoo-Tierärztin hat 2.500 Patienten
09.09.2009 | 13:39 Uhr 2009-09-09T13:39:00+0200Duisburg. Täglich macht Kerstin Jurczynski im Duisburger Zoo ihre Runden. Die Tierärztin hat 2.500 Patienten. In manchen Gehegen drehen die Bewohner gleich ab, wenn sie die Veterinärin entdecken. Andere Zoo-Tiere lassen sich brav untersuchen. So wie Madeleine, die Seehund-Dame.
Madeleine hatte immer das rechte Auge zugekniffen. Salben und Antibiotikum blieben wirkungslos. Erst nach einer Narkose konnte man der Dame näher ins Auge schauen und die Diagnose stellen: Eine Birkenblüte lag auf der Hornhaut.
Madeleine ist im reifen Alter von 22, ein ansonsten agiler Seehund und einer von 2500 Patienten von Zoo-Tierärztin Kerstin Jurczynski.
Fast täglich gehen Hilferufe aus den zwölf Revieren bei der 34-Jährigen ein. Mal ist es der verletzte Rote Vari, der beim Kampf um die Rangordnung den Kürzeren zog und sich tiefe Wunden im Schwanz zuzog. Dann heißt es operieren und nähen. Oder in der Eselgruppe wurde Durchfall gemeldet, weil die Tiere Currywürste verdrückt hatten. Menschliche Speisereste vom klebrigen Gummibärchen bis zum Popcorn landen oft in den Gehegen.
Täglich macht Kerstin Jurczynski ihre Runden. Bei den hoch entwickelten Säugetieren wie Delphinen oder Gorillas trifft sie auf Patienten, die es der Tierärztin oft leicht machen. Bei der Ultraschall-Untersuchung etwa dreht sich „Daisy” im Wasser auf die Seite und lässt sich abtasten.
Das Vertrauen der Tiere ist groß
„Ich bin auf die Mithilfe der Pfleger ebenso angewiesen wie auf die Kooperation der Tiere”, sagt die Veterinärin. So leicht die Patienten in ihre Rolle schlüpfen, so viel steckt an Arbeit der Pfleger dahinter. So nehmen die Tümmler die Geräusche bei der Ultraschall-Untersuchung wahr, müssen sich erst an die fremden Töne gewöhnen. Das Vertrauen der Tiere ist groß. Auch wenn es nach Untersuchungen Extrahappen gibt, gilt für die Tierärztin immer die Freiwilligkeit. „Wenn sie nicht wollen, lassen wir's.”
Bei den Elefanten würde sich die Medizinerin nicht allein aufs Gehege trauen. „Wenn ich Blut abnehmen will, muss der Pfleger dabei sein.” Wie auch bei den Gorillas, die dank eines Medical-Trainings bereitwillig die Brust ans Gitter halten, „dann kann ich das Stethoskop ansetzen” oder den Kopf drehen, um im Ohr Temperatur messen zu können.
Als Geburtshelferin war Kerstin Jurczynski nur einmal gefragt. Ein Rentierkalb holte sie per Kaiserschnitt.
In manchen Gehegen drehen die Bewohner gleich ab, wenn sie die Frau entdecken, die mitunter auch mit Spritze oder Blasrohr anrückt. „Die haben mich nicht in guter Erinnerung”, weiß die 34-Jährige. Gelegentlich kann sie auch bei Menschen keine neuen Freunde gewinnen. Wenn einem Rekonvaleszenten im Gehege demnächst der Abflugtag bevorsteht, werden Teichbesitzer schon die Flinte laden: Kerstin Jurczynski hat einen Reiher aufgepäppelt, dem ein Luftgewehrprojektil im Bein steckte. Er wird wohl bald wieder die Teiche abfischen.

13:40
Die Zucht in Gefangenschaft sorgt für einen Überschuss an Tieren. Babys sind nämlich Kassenmagneten und ziehen massenweise Besucher an, die zusätzlich zum Eintrittsgeld auch noch Geld in den Geschenkeshops und Snackbars der Zoos ausgeben. Zoos können vielleicht größere und feudalere Anlagen bauen, aber es sind und bleiben doch Gefängnisse. Viele Verbesserungen sind eher kosmetischer Art und dienen eher den Besuchern als den Tieren. Die meisten Tiere in Gefangenschaft leiden unter Frustration und Langeweile. Anstatt Millionen darauf zu verschwenden, Unmengen an Tieren einzusperren, sollten wir uns für die Erhaltung und Wiedereinrichtung dessen einsetzen, was wir Menschen den Tieren genommen haben: ihren ursprünglichen Lebensraum.
21:40
DAS kann man so nur unterschreiben !!!
21:14
Oder in der Eselgruppe wurde Durchfall gemeldet, weil die Tiere Currywürste verdrückt hatten. Menschliche Speisereste vom klebrigen Gummibärchen bis zum Popcorn landen oft in den Gehegen.
Da sträuben sich doch die Nackenhaare !!
Ich wünsche den Zoobesuchern, die der Meinung sind die Tiere mit solchen Leckereien füttern zu müssen, nichts Schlechtes - aber wenn sie das nächste Mal selber Durchfall mit Bauchschmerzen haben, dann sollten sie mal an die armen Tiere denken !
Es hat schon seinen Grund, daß überall steht Füttern verboten !!
Schade, daß der Zoo da nicht härter durchgreift !!
Auf solche Besucher sollte man doch wirklich verzichten können !
Vielleicht sollte man demnächst auch ungefragt die Kinder mit zuckerhaltigen Sachen füttern - die Eltern würden sich bedanken...
Da lob ich doch den Krefelder Zoo - da passen die Pfleger wie auch die Ehrenamtlichen auf, daß niemand die Tiere füttert !