Zirkusdirektor vergaß seine Berufung vor dem Landgericht

Der für gestern vor dem Landgericht am König-Heinrich-Platz erwartete Auftritt des früheren Zirkusdirektors Daniel Renz fiel aus. Der 47-jährige Artist vergaß sein eigenes Berufungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung.

Am 2. Januar 2013 hatte Renz bei einem Gastspiel seines wenig später in die Insolvenz geratenen gleichnamigen Zirkus auf dem Stadionvorplatz in Wedau im Rahmen eines Streits um eine Freikarte einen 42-jährigen Besucher niedergeschlagen und auf den am Boden liegenden Mann eingetreten. So sah es jedenfalls das Amtsgericht, das ihn dafür im Herbst 2013 zu einer siebenmonatigen Bewährungsstrafe verurteilte.

Renz legte Berufung ein. Das Landgericht bestätigte das Urteil in zweiter Instanz. In der Revision hob das Oberlandesgericht es allerdings mit einer haarspalterischen Begründung wieder auf: Daran, dass Renz wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden war, weil er mit einem schweren Straßenschuh Richtung Kopf des Geschädigten trat, hatte das Oberlandesgericht nichts auszusetzen, bemängelte aber, dass der Duisburger Kollege in seinem schriftlichen Urteil mitzuteilen vergaß, woher er von der Beschaffenheit der Schuhe des Angeklagten wusste. Was der 47-jährige Renz übrigens selbst berichtet hatte.

Wegen dieser Kleinigkeit hätte gestern alles noch einmal vor einer anderen Berufungskammer des Landgerichts Duisburg neu verhandelt werden sollen. Doch dazu kam es nicht: Auf Daniel Renz warteten die übrigen Verfahrensbeteiligten vergeblich.

Der Verteidiger nahm telefonisch Kontakt zum Angeklagten auf und teilte dem Vorsitzenden anschließend mit, sein Mandant habe den Termin schlicht verschwitzt. Der Vorsitzende fackelte nicht lange und verwarf die Berufung nach der vorgeschriebenen 15-minütuigen Wartezeit. Es bleibt also doch bei den sieben Monaten mit Bewährung.