Zeitzeugen-Börse sucht dringend Domizil in Duisburg

Foto: A.Mangen / waz
Was wir bereits wissen
Immer mehr Nachlässe und Schenkungen bekommt die Zeitzeugen-Börse. Zu deren Lagerung und Aufarbeitung benötigt der Verein dringend ausreichend Räume.

Duisburg.. Der jüngeren Duisburger Stadtgeschichte hat sich die Zeitzeugen-Börse verschrieben. Der Verein organisiert und vernetzt erfolgreich Erinnerungsarbeit, wird aber immer mehr auch zur Anlaufstelle für historisch wertvolle Nachlässe. Dazu wird dringend ein größeres Domizil benötigt.

Was Harald Molder, der Vorsitzende der Zeitzeugen-Börse berichtet, klingt nach dem Fluch der guten Tat. „Der Umfang der Leihgaben und Dauerleihgaben nimmt Formen an, die wir nicht mehr bewältigen können.“ Eine private Mansarde, in der Archivar Reinhold Stausberg den wachsenden Bestand lagert, platze längst aus allen Fugen. Harald Molder, der sich seit Jahrzehnten mit der Stadt- und Ortsteilgeschichte auseinandersetzt, benötigt schon für sein umfängliches privates Archiv eine Menge Platz.

Kein Platz für ein Archiv in Duissern

Die Auseinandersetzung mit der Weltkriegsgeschichte hat dem Verein viel Zulauf beschert bei den Veranstaltungen im Ernst-Ermert-Seniorenzentrum in Duissern. Platz für ein Archiv gibt es dort nicht. Die Folge: Zeitzeugen oder ihre Hinterbliebenen übergeben dem Verein oft umfangreiche Nachlässe. „Weitere Schenkungen stehen bald an, das ist nicht mehr zu handhaben“, fürchtet Molder.

Seine Suche nach einem Domizil macht auch vor ungewöhnlichen Orten nicht halt. Der Bunker unter dem König-Heinrich-Platz, als Luftschutzkeller aufgegeben, könnte ausreichend Platz bieten, findet der Vorsitzende. Dabei: Der Zugang ist beschwerlich, dem Blick der Öffentlichkeit würde sich die Zeitzeugen-Börse entziehen.

Der einstige „Saalbau“ am Wedauer Markt wäre eher eine Option – allerdings müsste Besitzer Annington wohl mithelfen bei der Sanierung des seit Jahren leerstehenden Gemäuers. Naheliegend ist auch ein Einzug in eine der freien Immobilien in der Beekstraße, die auch die Stadt durch die „Heimat“-Akzente für derartige Nutzungen in den Blickpunkt rückt. „Wir versuchen, bei der Suche zu helfen“, sagt Stadtsprecher Peter Hilbrands.