Zahlreiche Roma-Familien in Marxloh ausquartiert

Die „Task-Force-Problemimmobilien“ der Stadt hat in den vergangenen zehn Tagen Häuser wegen mutmaßlicher Unbewohnbarkeit oder mutmaßlicher Brandschutz-Mängel räumen lassen. Der Redaktion sind vier solcher Fälle seit dem 5. Oktober bekannt.

Zwei Häuser an der Hagedornstraße wurden komplett geräumt, an einem weiteren Haus in der Hagedornstraßein und einem Haus in der Henriettenstraße wurde der Versuch der Räumung abgebrochen. Oberbürgermeister Sören Link und die verantwortliche Dezernentin Daniela Lesmeister wollen Mitte der Woche die Öffentlichkeit informieren.

Betroffen von den Räumungen sind fast ausschließlich rumänische Familien, die der Volksgruppe der Roma angehören. Während die Stadt argumentiert, es handele sich um Einsätze, die in Einklang mit dem Wohnaufsichtsgesetz NRW stünden, beklagen Betroffene und Augenzeugen hartes und rücksichtsloses Vorgehen der eingesetzten Ordnungskräfte. Gegen die Stadt sind mittlerweile Klagen von Vermietern und Betroffenen anhängig.

Karl-August Schwarthans, Geschäftsführer der Awo-Integrations gGmbH, ist schockiert. Ihn erinnere die Vorgehensweise der Stadtspitze, „an ganz finstere Zeiten. Alles, was wir in Duisburg gegen Diskriminierung unternommen haben, wird gerade zu einer absoluten Lachnummer.“