Zahlen sind Mangelware nach Loveparade-Drama
27.07.2010 | 19:21 Uhr 2010-07-27T19:21:00+0200
Duisburg.Die tragische Loveparade in offizielle Zahlen zu fassen – das ist auch am Tag drei nach der Katastrophe schier unmöglich. Die Behörden schweigen sich zu vielen Dingen beharrlich aus. Und schieben sich gegenseitig die Presseverantwortlichkeit zu.
Auch drei Tage nach der Loveparade-Katastrophe schweigen sämtliche Beteiligten beharrlich, was die Besucherzahlen bei der Loveparade angeht. Dass sah am Samstag noch ganz anders aus. Veranstalter Rainer Schaller prahlte mit „1,4 Millionen Besuchern“, das sei vom Oberbürgermeister bestätigt. Seitdem sind die Zahlen geschrumpft. Stadt, Veranstalter und Polizei sprachen höchstens mal von ein paar hunderttausend Besuchern. Offizielle Zahlen, wie sie etwa nach jedem Rosenmontag sofort öffentlich gemacht werden, gibt es nicht. Nicht einmal die Größe der Veranstaltungsfläche ist bis jetzt verbrieft.
Klar ist, dass von der Duisburger Polizei keine Fakten mehr genannt werden. Sie mussten aus Gründen der Neutralitätswahrung die Ermittlungen, wie es zu der Katastrophe kommen konnte, an die Kölner Kollegen abgeben.
„Wochen oder Monate“
Doch dort fühlt man sich für Presseanfragen bislang nicht zuständig und verweist abwechselnd an die Staatsanwaltschaft in Duisburg oder das NRW-Innenministerium.
Artikel, Fotos, Videos und ausgewählte Beiträge zur Loveparade in Duisburg und den Folgen – etwa zur Abwahl von Adolf Sauerland als OB und dem politischen Neuanfang in Duisburg – finden Sie auf unseren fünf Spezialseiten.
Die Staatsanwaltschaft wiederum stellt fest, dass „ausschließlich schriftliche Erkenntnisse in Form von Pressemitteilungen veröffentlich werden“. Das waren bis Dienstagabend zwei. Eine stammt vom Sonntag, die andere, vier Zeilen lang, vom Montag. Auf Nachfrage der NRZ betont Sprecher Bernhard Englisch, dass die Öffentlichkeit sich nun „Wochen oder Monate“
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werde gedulden müssen, ehe weitere Erkenntnisse der Behörde bekannt gegeben werden. Derzeit arbeiten in Duisburg fünf Staatsanwälte an den Ermittlungen.
Wie viele Polizisten sich in Köln mit der Duisburger Tragödie beschäftigen, ist offen. Die Rede ist von 60 Beamten. Genaue Angaben soll es laut eines Sprechers der Kölner Polizei „frühestens Ende der Woche“ geben. Die Übergabe sämtlicher Unterlagen fand bereits am Montagabend statt.

17:36
Zum Thema Zahlen zur Loveparade:
Wertet man Luftbilder des Events aus und nimmt GoogleEarth als Messinstrument um die Quadratmeterzahl des Veranstaltungsgeländes zu ermitteln, so komme ich auf eine gesamte Fläche die nicht einmal 100.000 Quadratmeter (incl. Tunnelfläche) beträgt und somit nicht mal für 200.000 Besucher hätte zugelassen werden dürfen.
Übrigens mit GoogleEarth kann man sehr exakt Distanzen abmessen. Als Beispiel kann jeder selber mal in den Hafen von Miami/Florida gehen und dort The Freedom Of The Seas vermessen. GoogleEarth zeigt mir eine Länge von 338-339 Metern. Wikipedia gibt die Schiffslänge mit 338,75 Metern an. Also schon sehr exakt.
Und so war das Veranstaltungsgelände an keiner Stelle breiter als ca. 230 Meter und an keiner Stelle länger als 890 Meter. Rechnet man aus diesem Quadrat die Flächen heraus, die abgesperrt bzw. nicht zugänglich waren, so kommt man auf ca. 110.000 qm und zieht man davon nochmal die Fläche der in der Mitte des Geländes befindlichen alten Hallen des Güterbahnhofs ab (diese betragen ca. 25.000 qm). So bleiben mit viel Wohlwollen gerade mal noch 90.000 qm. Also gerade mal Platz für 180.000 Menschen. Nichts mit den in der Öffentlichkeit bekannt gegebenen 250.000 Personen für die das Gelände genehmigt war...
19:33
Was ich überhaupt nicht verstehe: Was wäre gewesen, wenn an dem Tag (was nicht so unwahrscheinlich war) 10° C mehr gewesen wären? Da wären doch - auch ohne Panik - reihenweise Leute umgekippt. Wie hätten da Rettungskräfte, geschweige denn -autos durchkommen sollen? Da hat offensichtlich niemand dran gedacht.
14:31
Klar will keiner Zahlen nennen.
Erst wurden die Zahlen hochgepuscht (nicht nur in diesem Jahr), weil der Veranstalter damit Geld verdienen wollte.
Jetzt, nach dem Unglück, werden die Zahlen kleingerechnet um die Schuld zu mindern. Es wurde schon im Vorfeld allen Mitarbeitern inklusive externen Kräften streng verboten, irgendwelche Aussagen zu Besucherzahlen zu machen.
Die Panik ist hinter den Polizeiabsperrungen ausgebrochen, also im eigentlichen Veranstaltungsbereich. Damit ist der Veranstalter zunächst alleinverantwortlich. Dabei mindert es seine Schuld in meinen Augen kaum, dass seine Gäste die Polizeisperren mit roher Gewalt überrannt haben.
McGeiz und McBespaßMichUmJedenPreis sind aufeinandergetroffen. Eine tödliche Allianz, gegen die jeder Normaldenkende machtlos ist.
Bin mal gespannt, wer die Zeche zahlen wird.
Steht McFit schon zum Verkauf?
21:48
Hier möchten sich bitte alle melden, die bei der Loveparade waren. Man versucht eigene Zahlen zu ermitteln, damit die Wahrheit ans Licht kommt.
http://www.loveparaderavercount.de/
21:48
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21:26
Ganz einfach...es wird Totgeschwiegen...bis sich keiner mehr wirklich dafür interessiert und die Mehrheit auch einfach das Thema nicht mehr hören kann. Denn irgendwann wird der Zeitpunkt kommen. Und warum wird nichts gesagt? Es hängen zuviele Hohe Köpfe dran - alleine wenn sich der Druck der Staatkanzlei und der Bundestagsabgeordneten bestätigen sollte.
Tolles Land, in dem wir leben...
20:32
Wir Presseleute müssen die Behörden und die Staatsanwaltschaft weiter unter Druck setzen.
Hier wird nichts ausgessen und in Vergessenheit geraten! Bin gespannt, wer nächstes Jahr auf der Anklagebank sitzen wird. Ein Herr Schaller und Rabe mit großer Sicherheit.
19:51
es wird kaum erfolg haben etwas zu verschleiern - es gibt zuviele zeugen, handyvideos und eine live übertragung. und eine riesengroße öffentliche anteilnahme. man darf gespannt sein, wie unser rechtsstaat sich verhält.
19:34
Verschweigen und verschleiern... genauso muss man das machen. Aufwachen liebe Verantwortliche. Was bei anderen Sachen vielleicht funktioniert wird hier nicht klappen. Über Gräber kann kein Gras wachsen.