Zahl restistener Keime steigt

Wenn sich Knochen, Gelenke, Gelenkprothesen, Wirbelkörper und Bandscheiben entzünden, beginnt für die Patienten ein oft langer Leidensweg. „Oft sind die Infekte zu Beginn nur schwer sicher zu diagnostizieren“, erläutert Dr. Martin Glombitza. Nur wenige Klinken in Deutschland, darunter alle BG-Klinken, unterhalten eigenen Abteilungen für septische Chirurgie. In Duisburg stehen fünf Ärzte und 40 Betten für die häufig langwierigen Behandlungen zur Verfügung.

Neben Unfällen mit offenen Knochenbrüchen gibt es vielfältige Ursachen für die Entzündung von Knochen und Gelenken. Dazu kommt es meist auch in der Folge von Operationen. „Trotz strenger Einhaltung von Hygieneregeln und schonender OP-Techniken sind Infektionen in der orthopädischen und traumatologischen Chirurgie unvermeidlich“, so Glombitza. Bis zu zwei Prozent der geplanten Eingriffe sind betroffen, deutlich höher ist die Quote bei schweren Weichteilverletzungen und offenen Brüchen.

Sorge macht den Ärzten die steigende Zahl resistenter Bakterien – sie lösen akute und chronische Infekte aus. Neben den weit verbreiteten MRSA-Keimen sind das zunehmend auch MRGN-Bakterien (Multi-Resistente Gram Negative). Sie sind für Kranke und in ihrer Immunabwehr geschwächte Menschen eine große Gefahr. Bei langwierigen Krankheitsverläufen können Knochen ihre Selbstheilungskraft verlieren, auch Weichteile in Mitleidenschaft gezogen werden. Die pharmazeutische Forschung sei von großer Bedeutung, „denn wir benötigen dringend neue Antibiotika“, so Dr. Martin Glombitza.