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Zahl der Unfallfluchten in Duisburg erreicht Rekordhoch

18.02.2011 | 18:29 Uhr
Zahl der Unfallfluchten in Duisburg erreicht Rekordhoch
Horror-Unfall in Hamborn: Im Februar 2010 prallte dieser Pkw auf der Duisburger Straße frontal gegen einen Baum. Alle fünf Insassen wurden verletzt – zum Teil schwer. Im Vorjahr gab es in der Statistik ein Plus bei den Verunglückten zu beklagen. Foto: Stephan Eickershoff.

Duisburg.   2010 sind auf Duisburgs Straßen bei Verkehrsunfällen fünf Menschen ums Leben gekommen. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Datenerfassung. Die Zahl der Unfallfluchten hingegen erreichte einen neuen Allzeit-Höchstwert.

Die Zahl der Verkehrsunfälle ist gestiegen, die der Unfalltoten auf ein Rekord-Tief gesunken. Und die Aufklärungsquote bei Unfallfluchten war so niedrig, dass im Vergleich mit den NRW-Großstädten über 200 000 Einwohner nur ein Platz im Keller der Statistiktabelle blieb. Dies waren die Kernfakten aus dem Duisburger Verkehrsbericht 2010.

Unfallzahlen

15.169 Verkehrsunfälle wurden von der Polizei aufgenommen. Bei 70 Prozent (10 402) handelte es sich um Bagatellfälle. Bei den übrigen 30 Prozent (4767) gab es 1642 Verunglückte zu beklagen – zehn mehr als im Vorjahr (+0,6%). 1431 Personen wurden leicht verletzt (+1,3%), 206 schwer (-1,4%). Fünf Menschen starben auf den Straßen (drei Rad-, ein Motorrad- und ein Autofahrer). Das ist der niedrigste Wert für Duisburg seit Beginn der Datenerhebung. Im Vorjahr waren es noch doppelt so viel. Auch deshalb zog Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels den Schluss: „Dies ist eine verkehrssichere Stadt.“

Betroffene

Die Zahl der schwer bzw. tödlich verletzten Kradfahrer stieg von 16 auf 21. Einen Anstieg gab es auch bei den Senioren (198 auf 207) und Kindern (167 auf 192). Letzteres bedeutet eine Steigerung um 15 Prozent. Ärgerlich, so Polizeidirektor Wolfram Elsner (Leiter der Direktion Verkehr), sei vor allem die hohe Zahl von 53 Kindern, die als Mitfahrer in einem Auto verletzt wurden (Vorjahr: 32). „Ich habe kein Verständnis für Eltern oder Großeltern, die die Kleinen nicht vorschriftsgemäß sichern . Da dulden wir bei Kontrollen auch keine Ausreden mehr, da wird sofort gezahlt.“ Der volkswirtschaftliche Schaden aller Unfälle lag bei rund 134 Mio Euro.

Unfallbrennpunkte

Zahlen und Fakten
Großraum- und Schwertransporte

Zu den polizeilichen Pflichtaufgaben zählt auch die Begleitung von Großraum- und Schwertransporten. 748 Mal galt es im Vorjahr, diese Sonderfahrten gefahrlos über die Bühne zu bekommen. 357 Transporte trafen in Duisburg ein, 362 verließen das Stadtgebiet. 2009 hatte es insgesamt noch 1163 Begleitungen gegeben. Der schwerste Transport hatte ein Gesamtgewicht von 709 Tonnen.

52 Prozent der Unfälle mit Kindern ereigneten sich in nur zehn Ortsteilen. Im Norden: Aldenrade, Marxloh, Obermeiderich, Alt-Hamborn, Mittelmeiderich und Untermeiderich. In Mitte/Süd: Hochfeld und Wanheimerort. Im Westen: Hochemmerich und Alt-Homberg. „Ausgerechnet das beschauliche Aldenrade ist bereits im achten Jahr in Folge einer dieser Unfallbrennpunkte“, so Polizeidirektor Rainer Blaudzun, der in der Behörde als „Herr der Zahlen und Daten“ gilt. Laut Statistik seien Rahm und Overbruch Duisburgs sicherste Stadtteile.

Junge Erwachsene

Dieser Altersgruppe (18 bis 24 Jahre) gilt stets das Hauptaugenmerk der Polizei, ist sie doch laut Statistik am häufigsten in schwere Unfälle verwickelt. Die Zahl der Verunglückten sank hier von 275 auf 257. Ein Grund für diese positive Entwicklung sieht Wolfram Elsner in den Kampagnen und Präventionsmaßnahmen, die im Vorjahr auf große Resonanz stießen. „In diesem Jahr wollen wir verstärkt auf Schulen zugehen und in den Jahrgangsstufen zehn und elf ein weiteres Projekt anbieten“, kündigte Präsidentin Dr. Elke Bartels an. Dabei sollen Unfallopfer, Rettungskräfte der Feuerwehr oder Hinterbliebene von Verunglückten den Jüngeren aufzeigen, welche Risiken bei zu viel Leichtsinn auf der   Straße lauern.

Gefährlichste Kreuzungen

Unfallfluchten

3179 gab es insgesamt (Vorjahr: 3112) – mehr waren es noch nie. 1352 Fälle (42,53%) konnten aufgeklärt werden. Nur Bochum hatte im Direktvergleich der 15 größten NRW-Behörden einen mieseren Wert. Noch schlimmer ist die Lage bei den Unfallfluchten mit Personenschaden: Die Fallzahl sank zwar von 170 in 2009 auf 124, jedoch wurden nur 72 aufgeklärt. Das sind 58,06% – der schlechteste Wert aller NRW-Großstädte. „Wir haben schon vor Jahren um Rat bei anderen Behörden gefragt, die bessere Resultate erzielen. Alle Veränderungen haben nicht das gewünschte Resultat gebracht“, sagt Blaudzun. Und Elsner ergänzt: „Das ist kein Kavaliersdelikt.“ Neben dem Führerscheinentzug drohen hohe Geldstrafen. Und wichtig für Unfallverursacher: Es reicht nicht, nach einem Zusammenprall den berühmten Zettel mit Kontaktdaten hinter den Scheibenwischer zu klemmen. Eine angemessene Wartezeit ist gesetzlich vorgeschrieben.

Kontrollen

Der Schwerpunkt lag und wird auch in 2011 auf Geschwindigkeits-, Gurt- sowie Alkohol- und Drogenkontrollen liegen. Darauf müssen sich die Fahrer der 242 936 in Duisburg zugelassenen Kfz schon einstellen. Im Rahmen der Maßnahmen zur Unfallbekämpfung wurden 74 424 Verwarngelder sowie 15 736 Ordnungswidrigkeits-Anzeigen verteilt.

Thomas Richter

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Kommentare
21.02.2011
18:29
Zahl der Unfallfluchten in Duisburg erreicht Rekordhoch
von berechtigter_Zweifel | #4

Für das verursachen eines Unfalls sind 35 Euro doch standart.
Eine Unfallflucht ist eine Straftat und kostet schnell das hundertfache und den Führerschein.
bei einer Aufklärungsquote von nahe an 50% bleibe ich lieber ehrlich, ich bin ja schließlich kein Minnister.

19.02.2011
12:31
Zahl der Unfallfluchten in Duisburg erreicht Rekordhoch
von Pyrexx | #3

Es ist eine Frage, wieviele dieser Unfallfluchten hausgemacht sind? Bei einem Duisburger Polizeipräsidenten gab es doch mal die Vorgabe, das wenn jemand auf einem Parkplatz ein anderes Auto beschädigt, und dieser jemand ist dann zu einer Wache gefahren, um dieses zu melden, musste eine Anzeige wegen Unerlaubtem entfernen vom Unfallort gefertigt werden, also eine Unfallflucht. Diese wurde dann natürlich, weil sich ja der Verursacher von alleine gemeldet hat, als geklärt zu den Akten gelegt. Ging damals auch durch die NRZ. Nun stellt sich mir die Frage, auf einem öffentlichlichen Parkplatz beschädige ich ein geparktes Auto. Nun warte ich meine Pflichtzeit, es kommt keiner, rufe ich die Polizei, warte, weil die auch genug zu tun haben, nochmals 30 Minuten und werde dann mit 35 Euro verwarnt, oder mache ich mich vom Acker? Keine Frage, im theoretischen ist das mit der Unfallflucht richtig, die 35 Euro auch, aber moralisch?

19.02.2011
08:49
Zahl der Unfallfluchten in Duisburg erreicht Rekordhoch
von Felderhoff | #2

Leben in Duisburg prozentual mehr moralisch verkommene Menschen als in anderen Städten? Ich bin geneigt, dies zu glauben.

18.02.2011
20:11
Zahl der Unfallfluchten in Duisburg erreicht Rekordhoch
von mspoetnik | #1

nix wie weg.

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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